Wracktauchen und Arbeitsuchen

Wir sind jetzt schon zweieinhalb Wochen mit unserem Auto unterwegs und haben schon einiges von Australien gesehen, aber wenn man sich das mal auf der Karte an guckt ist es wirklich nur ein ganz kleiner Teil. Ja man vergiss sehr schnell wie groß das Land eigentlich ist. Deutschland würde über 20 mal in Australien passen.

Zur Abwechslung haben wir mal was ganz neues ausprobiert, und zwar waren wir Tauchen :-D
Wir waren Wrack Tauchen und es war einer unserer besten Tauchgänge. Wir haben neben zwei verschieden Arten von Mantas(Rochen), Haie, Schildkröten und Seeschlangen gesehen. Es gab unendlich viele Fischschwärme sowie einen Riesenfisch.

Giant Queensländer Grouper

Der Giant Queensländer Grouper, der war bestimmt so groß wie wir und schwebte genau vor uns im Wasser. Ach ja und da war natürlich noch das Wrack selbst, welches für Taucher zu den Top Ten der Welt gehört. Die S.S. Yongala (S.S. steht für Steamship = Dampfschiff) ist vor über 100 Jahren gesunken und wurde erst nach über 50 Jahren wieder entdeckt. Das Schiff wurde von einem Zyklon versenkt, alle 122 Passagiere und Crew Mitglieder kamen dabei ums Leben.

Die genauen Umstände konnten nie aufgeklärt werden. Es ist nicht erlaubt das Innere eines Wrackes ohne spezielle Ausbildung zu betauchen, da es zu gefährlich ist, dennoch konnten wir einmal durch das Fenster gucken und auch die Toiletten sowie den explodierten Maschinenraum sehen.

 

Neben dem mystischen Untergang der Yongala ereignete sich vor ca. 10 Jahren ein ebenso mystischer Todesfall beim betauchen des Wracks. Ein junges Ehepaar wollte das Wrack in ihren Flitterwochen betauchen. Fünf Minuten später hat der Tauchlehrer jemandem auf dem Grund liegen sehen. Es war die junge Braut. Wiederbelebungsversuche auf dem Tauchboot blieben vergebens. Nach Aussage des Ehemanns ist seine Frau in Panik geraten und hat ihre Tauchermaske vom Gesicht gerissen. Andere Taucher haben gesehen wie der Ehemann seine Frau umarmt haben soll. Die Obduktion ergab das die Braut kein Wasser in der Lunge hatte. Todesursache war Ersticken. Dem Bräutigam wurde unterstellt bei der Umarmung seiner Frau die Luft abgedreht zu haben. Angeblich hatte er sie vor dem “Unfall” bedrängt, ihn in ihrer Versicherung zu begünstigen. Nachgewiesen werden konnte das bis heute nicht. Der frisch gebackene Ehemann ist übrigens Rettungstaucher. Laut Tauchcomputer hatte er noch in Ruhe seinen Sicherheitsstop in 5 Metern Tiefe gemacht bevor er Hilfe holte.

Nach dem Taucherlebnis waren wir wieder auf Suche nach Arbeit. Leider vergebens. Für Fruit Picking ist es im Moment die falsche Zeit, in ein zwei Monaten könnten wir vielleicht Mangos pflücken. So lange können wir aber hier nicht warten. Einen Tag konnten wir dann doch arbeiten. Wir haben auch einer Zuckerrohr Farm ausgeholfen. Unsere Aufgabe war es, bei der Verlegung und Einstellung der Bewässerungsanlage zu helfen. Der Farmer hatte nur Arbeit für einen Tag. Aber es war auch so anstrengend dass ich keine zweiten Tag mit gemacht hätte. Christin hat schon nach zwei Stunden aufgegeben. Wir standen in der glühenden Hitze auf dem Feld und haben einen großen sehr großen Schlauch am Rande des Felds verlegt. In diesen Schlauch mussten wir Plastikbecher mit Löchern stecken. Die Löcher waren unterschiedlich groß und regulierten die Bewässerung der Felder. Die Becher kamen alle 1 Meter in den Schlauch und dazu musste man sich bücken. Am Abend hatte ich dann richtig Rückenschmerzen. Wenigstens gab es gleich Cash.

Hier wächst irgendwann mal Sugar Can

Hier wächst irgendwann mal Sugar Can

Die nächsten Tag telefonierten wir ca. 20 Farmen ab und sind sogar bei einigen persönlich gewesen. Doch keine hatte Arbeit für uns. Deshalb beschlossen wir erstmal zu den Whitsunday Inseln zufahren.

4 Gedanken zu „Wracktauchen und Arbeitsuchen

    1. Siegbert

      Ihr lieben zwei, das sind ja wieder mal spannende Geschichten von Euch! Sehr interessant!
      Christin, kannst Du Dich noch an den Mondfisch in Dänemark erinnern? Ganz so riesig war der zwar nicht, aber auch fast so groß wie ein Mensch.
      Farmarbeit ist ein Knochenjob, wenn man so einkaufen geht, macht man sich gar keine Gedanken mehr, dass wir auch da auf dem reichen Teil der Erde leben.
      Na dann weiterhin viel Erfolg bei der Arbeitsuche, und denkt immer daran, für Euch ist gesorgt!
      LG MuVa

      Antworten
  1. Opa

    Hallo Tauchgänger
    Bilder und Bericht -beeindruckend. Für” Landratten” kaum vorstellbar was sich so alles unter der Wasseroberfläche abspielt und welche Schönheiten die Natur bereit hält für den, der sie sich anschauen kann.
    Weiterhin schöne Erlebnisse.
    LG O&O

    Antworten
  2. bernd

    Hallo ihr zwei,
    mit den Whitsundays habt ihr ja nun einen tollen Zwischenstop vor euch. Ich war damals sehr von dem Ausblick von Shute Harbour beeindruckt. Wie aus einem Katalog ausgeschnitten. Ich wünsche euch auch ein paar brennende Zuckerrohrfelder. Das ist nachts ein toller Anbklick. Und ihr habt noch eine Reihe von schönen Zielen vor euch.
    Übrigens ist es in Neuseeland wohl viel leichter eine Arbeit zu finden.

    Weiter viele schöne Eindrücke und alles Gute für euch
    Bernd

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>