Puno und der Titikakasee

Von San Pedro de Atacama sind wir mit dem Nachtbus nach Arica gefahren, das an der Grenze zu Peru liegt. Von dort wurden wir in einen Kleinbus verfrachtet, der losfuhr als er voll war und uns nach Tacna brachte, die erste Stadt nach der Grenze. Mein erster Eindruck von Peru war zunächst erschreckend. Das Armutsgefälle im Vergleich zu Chile wird sofort sichtbar, statt freundlich angestrichenen Häusern überwiegend dunkle Lehmhütten und etlicher Müll an der Straße. Wir wollten in Tacna auf keinen Fall übernachten und haben uns entschieden direkt nach Puno am Titikakasee weiterzufahren. Nach einigen Stunden Wartetei und einer weiteren 9 Stunden Busfahrt kamen wir in Puno an.DSC01781 Die Stadt liegt auf 3800 m Höhe, was uns 2 Tage Kopfschmerzen und allgemeine Schlappheit bescherte. Danach hatten wir uns an die Höhe gewöhnt und konnten die Umgebung erkunden. Aufgefallen ist mir, wieviele Traditionen hier noch herrschen. Überall sieht man Frauen mit bunten Kleidern und Tüchern auf dem Rücken gebunden, in denen sie alles transportieren: Lebensmittel, Getreide, Kinder. Das ist wirklich faszinierend. Unser erster Ausflug führte nach Sillustani, wo einige Grabtürme der Inkas die Zeit überlebt hatten. Die Inkas hatten ihre Toten mumifiziert. DSC01838Diese Grabtürme hier waren für die Adligen gedacht. Es gibt einen winzigen Eingang, durch den den Toten Opfern gereicht werden konnten. Die Inkas glaubten an ein Leben nach dem Tod, weshalb die Toten in fötaler Haltung und mit allen möglichen Beigaben beerdigt wurden. Da die Türme aus Vulkangestein gebaut wurden, welches Eisen enthält, schlug schon einige Male der Blitz ein. Somit sahen wir nur noch einen vollständigen Turm. Beeindruckend ist die Bauweise, denn es wurde ohne Fugen und Mörtel gebaut. Bis heute ist nicht sicher wie die Inkas die Steine poliert hatten oder wie sie die Steine so passgenau formen konnten, das sie bis heute jedem Erdbeben standhielten. An unserem nächsten Tag sind wir mit dem Boot auf dem Titikakasee gefahren. Unser erstes Ziel war eine der 40 schwimmenden Schilfinseln, auf denen die Menschen genauso wie vor hundert Jahren leben.IMG_2119 Die Wurzeln vom Schilf sind essbar und schmecken gar nicht schlecht. Wir lernten wie so ein Dorf gebaut wird. Die Leute leben von selbst gemachten Textilien, Fischfang, Jagt und eben Tourismus. Anschließend haben wir die Insel Taquille besichtigt. Die Tracht der Einheimischen hier ist anders als bei den schwimmenden Dörfern, ebenso die Sprache. Auch hier werden Textilien hergestellt und Kinder verkaufen selbstgemachte Armbänder. Obwohl wir laut Karte nur einen winzigen Ausschnitt des Sees sahen, sah es aus als wären wir am Meer.
Puno selbst haben wir uns in den Tagen ebenfalls angesehen. Es gibt einige schöne Aussichtsplattformen. Der Weg dahin ist allerdings extrem anstrengend, da die Stadt am Berg liegt und unzählige Stufen hinaufführen. DSC02060Für den Ausblick hat es sich jedoch gelohnt. Wir haben noch einen weiteren Tempel der Inkas gesehen, es war ursprünglich ein Fruchtbarkeitstempel. Noch heute legen Frauen kleine Opfergaben an dem riesigen Phallus ab.
Erwähnenswert ist die peruanische Küche, die eine der besten Südamerikas ist. Im Land der Kartoffeln und des Mais gibt es unheimlich viele kreative Gerichte. Ich habe sogar schon eine einheimische Spezialität probiert: Cuy. Wir sagen dazu Meerschweinchen. Ja, die sind hier keine Haustiere.

HIER gehts zu den Bildern.

Ein Gedanke zu „Puno und der Titikakasee

  1. Regine

    Hallo ihr Lieben,

    also das mit den Meerschweinchen beschäftigt mich schon…, hoffe, es gibt sie nicht zur Hochzeitsfeier ;) , es ist sehr interessant, wie man woanders so lebt. Unsere so hoch gelobte Zivilisation hat auch nicht nur Vorteile. Aber-lasst es euch sagen-im Spreewald war es auch sehr schön!!
    Passt auf euch auf, bis bald mal wieder, ganz liebe Grüße Mu

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