Ein Berg und die Suche nach den Schätzen der Erde

Auf dem Weg von der Gold Coast ins Inland sind wir in den Girroween Nationalpark gefahren, weil der wunderschöne Steinformationen haben soll. P1040770Auf unserem Campingplatz waren wir fast alleine. Unsere einzigen Besucher waren 2 Opossums, die uns zu Tode erschrocken haben. Es war stockdunkel und wir haben nur das gesehen was direkt im Schein unserer Stirnlampen war. Auf einmal war neben uns ein Geräusch und als wir den Kopf dahin drehten, saßen 2 Opossums direkt auf dem Tisch neben unserem Topf mit Essen.

Am nächsten Tag sind wir einen 18 km langen Weg gewandert, die großartigen Steinformationen, wegen denen wir da waren, haben wir dabei aber nicht gefunden. Dafür jede Menge falsch beschrifteter Pfade die schließlich mitten an einer Straße endeten. Nirgendwo fand sich ein Schild, wo sich eigentlich unser Campingplatz befand und wie weit das ist. Da es in Australien schon mal vorkommen kann, dass kein anderer Mensch die Straße lang kommt, waren wir etwas beunruhigt. Zum Glück hatten wir einen Kompass und gute Instinkte, so das wir wieder zu unserem Auto zurückgefunden haben. Auch in dieser Nacht waren wir wieder ganz alleine im Wald, was irgendwie gruselig war. Zusätzlich hatte die Zentralverriegelung von unserem Auto eine Macke und wir konnten es nicht einmal abschließen.

Den darauf folgenden Tag sind wir schlauer gewesen und haben uns erstmal nach einer Touristeninformation umgesehen, die uns schließlich auf den rechten Weg brachte. P1040746Wir haben uns 2 Wege im Nationalpark ausgesucht und waren begeistert von den großartigen Steinen. Schön ist, dass wir ganz alleine überall waren. Nur wir und die Natur. Der Aufstieg war mühsam aber es hat sich gelohnt und war mal eine ganz besondere Erfahrung.P1040787 Der zweite Weg führte uns in ein beinahe ausgetrocknetes Flussbett. Es gab nur noch ein paar Wasserlöcher, die der Landschaft ihren eigenen Reiz verliehen. Drum herum waren jede Menge Eukalyptusbäume. Nach unserem Ausflug in den Nationalpark fuhren wir weiter Richtung Melbourne und haben in Inverell unseren nächsten Zwischenstopp eingelegt. Die Stadt bzw. Umgebung ist wegen ihres Saphir-Vorkommens bekannt. Hier kann man welche ansehen, kaufen aber auch finden. So haben wir eine Zeitreise gemacht und sind auf einem Campingplatz gelandet, der ganz einsam war. Dort lebte Bob mit seinem dicken Hund. Bob sah aus als wäre er 100 Jahre alt. Er war groß und hager, hatte strubbelige weiße Haare und einen ebenso strubbeligen Bart in einem recht knittrigen Gesicht. P1040815Mit seinem Hut erinnerte er ein bisschen an eine Vogelscheuche. Seine schwarzen Klamotten rochen, als wären sie schon länger an ihm dran und sie waren außerdem ein bisschen zu groß. Er redete permanent mit sich selbst oder dem Hund und wenn er mit uns sprach, war er schlecht zu verstehen, weil er kaum noch Zähne hatte. Er war aber sehr freundlich und zeigte uns wie wir Saphire finden könnten. Wenn er dann so anpackte, Dreck schaufelte und schwere Eimer trug, konnte man sich fragen, ob er nicht vielleicht doch erst 55 Jahre alt ist. Das Steine finden ist gar nicht so leicht. Zuerst muss man die ganze Erde in einen Eimer schaufeln und bewässern. Anschließend siebt man die Erde heraus bis die Steine übrig sind. P1040820Da die Edelsteine schwerer sind als die gewöhnlichen Steine, kippt man das Sieb dann um und müsste die wertvollen Stücke oben auf liegen haben. Theoretisch jedenfalls. Es erfordert einige Übung, bis man raus haut, wieviele Steine man sieben sollte um überhaupt noch durch zu sehen. Außerdem ist es ziemlich schwierig die guten von den schlechten Steinen zu unterscheiden, denn auch ganz normale Kieselsteine können farbig sein. Der Trick ist, dass die nicht glänzen wie Glas. Trotzdem haben wir die Hälfte übersehen, während der Alte aus 1 Meter Entfernung schon gesehen hat, wieviele Steinchen wir da in der Masse versteckt vor uns hatten. Das ganze schaufeln und sieben ist eine staubige und dreckige Angelegenheit. Für einen Nachmittag hat es und aber Spaß gemacht und wir sind mit einigen kleinen Steinchen wieder abgereist.

Die nächsten 2 Tage sind wir durchgefahren, da wir zum Wochenende in Bendigo sein wollten. Hier findet ein Blues & Roots Festival statt und wir wollten dort einen Freund von Meik treffen, der dort mit seiner Freundin wegen dem Festival ist.

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5 Gedanken zu „Ein Berg und die Suche nach den Schätzen der Erde

  1. Opa

    Hallo Schwerarbeiter
    bei ganz miesem Wetter bei uns, haben wir die schönen Fotos gesehen und natürlich den ausführlichen Bericht gelesen. Ist ja wirklich recht unheimlic, allein und mit offenen Auto….na Ihr habt es Gepackt.
    Eine reizvolle Gegend, weiterhin schöne Erlebnisse.
    Bleibt gesund und lG O&O

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  2. Anke

    Hallo ihr beiden,

    zunächst einmal bin ich sehr neidisch, dass ihr tatsächlich Wale gesehen habt :-) richtig cool!
    Eure Bilder sind auch wieder richtig beeindruckend, vor allem bei dem Hamburger Schmuddelwetter.
    Bob klingt sehr interessant! Und es kann ja nun wirklich kaum jemand berichten, in seinem Leben einmal nach Smaragden gesucht zu haben.

    Ich wünsche euch noch viel Spaß,
    glG
    Anke

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  3. Regine

    Hallo ihr Lieben,
    oh, sind das wieder schöne Fotos! Ihr seid ganz schön kräftig, solche Steine zu stemmen ; ).
    Ich musste erstmal überlegen, was ein Opossum ist. In Ice Age hatte doch das Mammut eine Identitätskrise und dachte, es wäre ein Opossum.
    Ich hoffe, beide Oppossums haben Reißaus genommen und sich euch nicht angeschlossen.
    Unsere Erde ist sehr beeindruckend:)
    Euch weiterhin eine schöne Zeit ohne Verlaufen im großen Australien, LG Mu

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  4. Sybille

    Hallo Ihr Beiden,

    ist ja wirklich spannend euer Abenteuer auf dem einsamen Campingplatz! (Wie im Gruselfilm, nur mit Happy End :) . )
    Ich wünsche euch viel Spaß auf dem Festival!!

    Lg Sybille

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  5. Tony

    Ich hab so das Gefühl, dass unsere Tipps ganz gut angekommen sind :)
    Könnt ihr die Westküste empfehlen? Ich würd da ja gern noch hin aber die Zeit drückt langsam!
    Wir sind übrigens immer noch in den Tablelands und arbeiten fleißig ;)

    LG Sophie und Tony

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