Kategorie-Archiv: Peru

Cusco und das heilige Tal Teil 2

Auf unserer Tagestour zu den Ruinen rund um Cusco waren wir besonders von Pisaq und Ollantaytambo beeindruckt. DSC02286Pisaq liegt in großer Höhe über dem Tal. Es besteht aus 2 Teilen, einer Stadt und einem heiligen Bereich. Auch hier wurden Terrassen angelegt und Landwirtschaft betrieben. Die Häuser sind noch gut erhalten, alles war sehr verwinkelt angelegt und der Ausblick über das Tal fantastisch. In Ollantaytambo beeindruckte die sorgfältig ausgewählte Lage auf 3000 Metern Höhe. Die Inkas haben nie einfach so ihre Siedlungen gebaut, sondern die Natur und die Sonne sehr genau beobachtet. So liegt Ollantaytambo genau gegenüber dem Berg, in dem die Inkas 2 Gesichter erkannten.DSC02315 Die aufgehende Sonne steht genau im Auge eines dieser Gesichter und beleuchtet den heiligen Teil der Anlage zuerst. Die gigantischen Steine wurden aus dem Tal auf der Rückseite des Berges herausgeschlagen und auf den Berg gezogen. Es wurden die natürlichen Risse im Gestein genutzt, in die Holzkeile getrieben wurden. Diese wurden mit Wasser zum quellen gebracht, so dass die Felsen heraus brachen. Je nach Größe der Steine wurden 100 Männer benötigt, um diese den Berg runter oder hoch zu bewegen. Das höchste Inkabauwerk befindet sich auf fast 6000 Metern Höhe. Wie geschickt alles gebaut war erkennt man auch daran, dass die Spanier ganze 40 Jahre benötigten um das Reich zu erobern. Die Festungen waren gut versteckt und schwer erreichbar. Die Pferde waren kaum zu gebrauchen und die Inkas waren sehr fit und dem Gebirge eben so gut angepasst. Daher konnten sie schenll aus den Tälern über die Gipfel fliehen. Zum Vergleich: Die Eroberung Mexikos dauerte nur 3 Jahre. Das letzte Ziel der Tour war Chinchero, ein ehemaliger Palast eines Inkakönigs.DSC02369 Hier steht heute eine Kirche. Die Inkakönige bekamen damals lediglich ihren Titel von ihrem Vater vererbt. Ihren Palast mussten sie selbst bauen. In der Kirche berichtete uns unser Führer von der Zwangskatholisierung und der Folterung und Tötung aller derer, die die neue Religion nicht annehmen wollten. Die Zerstörung der Anlagen durch die Spanier war immens. Umso großartiger ist daher Maccu Piccu, der erst vor 100 Jahren entdeckt wurde. Der richtige Name der Stadt ist nicht mehr bekannt. Sie ist jedoch vollständig erhalten und kann in ihrer ganzen Pracht besichtigt werden. Auch hier wurde die Lage der Inka Mythologie entsprechend ausgewählt: Der Fluss, der sich um den Berg schlängelt ist Symbol der Schlange, die die Unterwelt repräsentiert. Der Pumakopf, den man in den Berg interpretieren kann und der Macht in dieser Welt repräsentiert. Und der Kondor, der als einziger die Grenzen der Welten überschreiten konnte.DSC02486 Wir sind mit dem Sonnenaufgang losgelaufen, um die Stufen auf den Berg zu erklimmen. Es fahren auch Busse auf den Berg, die waren aber so lächerlich überteuert, dass wir entschieden zu laufen. Wir haben das Stufen steigen jedoch ganz schön unterschätzt und sind völlig fertig oben angekommen. Beeindruckend, dass die Inkas diese Stufen damals überhaupt gebaut haben und dann da hoch und runter gelaufen sind. Durch den Nebel, der früh noch über der Stadt hing, wirkte Machu Piccu zunächst sehr mystisch und unwirklich. Wir hatten den ganzen Tag Zeit und konnten in Ruhe alles ansehen. Beeindruckend war zum Beispiel die etwas abgelegene Inkabrücke. Der Pfad ist im Fels kaum zu erkennen und geht steil an der Wand entlang. Es ist für Touristen nicht möglich dort lang zu gehen, umso unglaublicher finden wir, dass die Menschen dort überhaupt einen Pfad bauen konnten.DSC02512 Als sich der Nebel verzog konnten wir die ganze Anlage in ihrer Pracht betrachten. Sehr schön waren die riesigen Felsbrocken der Tempel, die perfekt bearbeitet waren und sich ineinander fügten, ohne Mörtel und Fugen. Mit den riesigen Terrassen wurde auch hier Landwirtschaft betrieben. Es lebten ungefähr 800 Menschen hier. Und es dauerte um die 100 Jahre, um die Stadt zu bauen. Uns wird sie auf jeden Fall als ein Highlight in Erinnerung bleiben. Wir sind dann die Treppen wieder ins Tal zurück gegangen und haben uns nach der Anstrengung des Tages gutes Essen und einen riesigen Mangoshake gegönnt.

HIER sind die Bilder.

Cusco und das heilige Tal Teil 1

Vom Titikakasee aus sind wir mit dem Inka Express nach Cusco gefahren. Eine 10 Std. Busfahrt. Der Inka Express macht jedoch an mehreren Sehenswürdigkeiten Halt, so dass die Busfahrt halb so schlimm war. Es gab sogar ein Buffet, für das wir zum Mittag Halt gemacht haben. Ein sehr interessanter Stopp war bei einem Inka Tempel der dem Gott Viracocha zu Ehren war.DSC02086 Die Inka verehrten viele Gottheiten und hatten eine sehr komplizierte Religion. Neben dem Sonn-, Mondgott und der Erdgöttin Pachamama war Viracocha die höchste Gottheit der Inka und Erschaffer des Universums. Die Inka Könige beanspruchten die Söhne der Sonne zu sein, weshalb der Sonnenkult hoch im Kurs stand. Die Inka beobachteten ihre Umwelt sehr genau. Der Inka Kalender zB. beginnt/endet mit der Sonnenwende am 21. Juni. Die Tempel sind nach der Sonne ausgerichtet, zum Teil geht genau am 21. Juni die Sonne in einem der Gänge auf. Die Bauwerke der Inka geben noch heute Rätsel auf. So hatten die Inka beispielsweise in ihren Anlagen ausgeklügelte Bewässerungssysteme die heute noch funktionieren.DSC02231 Teilweise sind die Quellen der Gewässer bis heute nicht bekannt.

Das Stadtzentrum Cuscos zeichnet sich durch die Plaza de Armas aus. Hier tummeln sich die meisten Touristen und Büros für Touren in die Umgebung und vor allem zum Machu Piccho. Architektonisch erkennt man schnell den katholischen Einfluss der Spanier. Gleich zwei große Kirchen befinden sich auf der Plaza de Armas. Doch auf den zweiten Blick sieht man die alten Mauern der Inka, die sich sogar in den Kirchen wieder finden. Ansonsten ist Cusco eine kleine Stadt, die in den letzten Jahren überwiegend wegen des ansteigenden Tourismus gewachsen ist.DSC02585
Unser erster Ausflug dauerte einen halben Tag. Wir haben uns mehrere Ruinen angesehen, die alle für sich sehr beeindruckend sind. Als wir vom Tourguide hörten das jeweils nur noch ca. 20% erhalten ist, waren wir um so mehr erstaunt. Leider haben die spanischen Konquistadoren fast alle Gebäude und Anlagen der Inka zerstört und die Wissensträger getötet, weshalb Archäologen heute zum Teil nur vermuten können welchen Zweck sie gehabt haben könnten.

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