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Luang Prabang – ein Eindruck von Laos

Unser Laos Aufenthalt ist etwas kurz ausgefallen, da wir uns an anderen Orten mehr Zeit ließen und am Sonntag Kerstin in Bangkok treffen wollen, die uns drei Wochen begleiten wird. Wenn man so dahin reist vergisst man schnell die Zeit. Welcher Wochentag ist heute eigentlich und wie lange sind wir schon unterwegs? Es sind sechs Wochen! Es kommt uns schon länger vor.

Laos ist eins der ärmsten Länder der Welt. Im Vietnamkrieg fielen in Laos 2,5 Tonnen Bomben pro Einwohner. Aus diesem Grund ist auch hier von eigenständigen Wanderungen abzuraten, da noch viele Blindgänger herumliegen. Es gibt kaum medizinische Versorgung. Wir hörten, dass im Krankenhaus z.B. abgeschnittene Plasteflaschen als Tropf dienen und hatten keine Ambitionen, das System näher kennenzulernen. Wer hier krank wird, kann nicht davon ausgehen wieder gesund zu werden, außer die Familie hat Geld um die Angehörigen nach Thailand zu schicken. Das Jahreseinkommen beträgt noch nicht einmal 1.000 $ und alle Güter außer Textilien, Grundnahrungsmittel, Holz und Strom müssen importiert werden. Es gibt viele Analphabeten, es werden 85% aller Kinder eingeschult aber die meisten brechen schon in der Grundschule ab, um ihren Eltern zu helfen. Den Tourismus lassen die Laoten sehr vorsichtig zu, vielerorts weisen jedoch Schilder auf angemessene Bekleidung hin.

Luang Prabang ist ein kleines Örtchen in den Bergen umgeben vom Dschungel. P1020272Trotz einiger Touristen hat Luang Prabang sich seine Gemütlichkeit erhalten. Der Unterschied zu Vietnam und Kambodscha fällt sofort auf, es wird auf der Straße nicht ununterbrochen gehupt und die Straßenhändler und Tuk Tuk Fahrer fallen einen nicht gleich um den Hals. Alles ganz gemütlich. Luang Prabang zeichnet sich besonders durch seine schönen Bauten aus die einen kolonialen Touch mit asiatischer Baukunst verbinden, besonders in Kombination mit bewachsenen Terrassen und Balkonen hat es uns sehr gefallen. Die Stadt ist sehr klein, fast schon ein Dorf, ein halber Tag genügt um das meiste gesehen zu haben. Luang Prabang ist eine Tempelstadt, über 40 Tempel kann man sich anschauen.

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In Laos lebt ein Großteil der Bevölkerung in den Bergen, also noch zurückgezogen und sehr ursprünglich. Es werden viele Touren zu den “Local People” angeboten. Meist in Verbindung mit Mountainbiking, Trekking, etc. Die angebotenen Touren haben uns aus verschiedenen Gründen nicht zugesagt, deshalb haben wir versucht mit geliehenen Fahrrädern zu einer der empfohlenen Sehenswürdigkeiten zu kommen: Der Wasserfall Kuang Si, der ca. 30 km entfernt liegt. Wir haben die Strecke total unterschätzt, besonders ich (bin letztes Jahr 100 km bei den Cyclassics gefahren und das war kein Problem). Erstes Problem: die Fahrräder waren überhaupt nicht für so eine Strecke ausgelegt. Die Gangschaltung ging gar nicht, nur ein Gang im Gebirge ist ganz schlecht und die Sattel waren nach 5 km Körperverletzung. Zweitens waren es wirklich sehr starke Steigungen die wir zu über winden hatten und das bei 30 C° und gefühlt 100% Luftfeuchtigkeit. Nach 10 km haben wir aufgegeben, ich wollte erst nicht ganz, weil das wieder an meinem Ehrgeiz kratzte. Da wir bereits die Fahrräder geschoben hatten, hielt ein Tuk Tuk an und fragte ob wir zum Wasserfall wollten. Wir sagten ja und ließen uns mitnehmen, (die Alternative wäre umdrehen gewesen), also band der Tuk Tuk Fahrer unsere Räder aufs Dach und wir sind los. Nach 10 Minuten Fahrt wurde mir klar das es Quatsch gewesen wäre es weiter mit den Rädern zu versuchen.

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Wir sind bestimmt noch 30 Minuten in die Berge gefahren.
Der Wasserfall war mal wieder eine Belohnung. Und das Wasser war hellblau und fast eiskalt, eine herrliche Erfrischung. Es war ein mehrstufiger Wasserfall mit Zwischenbecken in denen man Baden und sich an einer Liane reinschwingen konnte. Hab ich gemacht!

 

 

Die anderen Tage sind wir durch die Stadt geschlendert, haben uns die Tempel angesehen und sehr lecker gegessen.P1020298 Luang Prabang verfügt auch über einen Nachtmarkt. Die Stände verkaufen fast ausschließlich handgefertigte Sachen aus Bambus, Silber (wären wir im Kurzurlaub gewesen, hätte Christin sich die Taschen vollgepackt :D ), Taschen, Klamotten und Schmuck. Besonders gefallen haben uns die Buffet Stände. Für 10.000 Kip (ca. 1 Euro) kann man sich den Teller mit verschiedenen Sorten Nudeln, Reis, Gemüse, Frühlingsrollen und vieles mehr voll hauen. Das Fleisch war extra, es waren alles verschiedene Fleischspieße mit Geflügel, Fisch oder Schwein und einer sah besser aus als der andere. Gegessen haben wir direkt auf dem Markt auf Bierbänken. Neben dem günstigen Preis hat uns die wuselige gesellige Atmosphäre sehr gefallen. Schade das es so etwas nicht in Deutschland gibt.

Wir haben nach 5 Tagen Luang Prabang wieder Richtung Thailand verlassen. Heute sind wir nach Chiang Mai geflogen. Wir bleiben hier vier Tage und treffen dann Kerstin in Bangkok.