Kategorie-Archiv: Kambodscha

An den Stränden von Kambodscha

Wir sind seit fünf Tagen in Sihanoukville, im Süden von Kambodscha. Sihanoukville ist das vermeintliche Strandparadies von Kambodscha. Die letzten Tage haben wir es uns gut gehen lassen und einfach nur gechillt, Strände erkundet und sonnengebadet.

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Unsere Eindrücke sind ambivalent. Zum einen sind wir von den wunderschönen Stränden bezaubert, die Freude verging uns dann doch öfters sehr schnell beim Anblick
P1010800des ganzen Mülls den einige Strände befallen – überwiegend Plastikmüll der gedankenlos im Meer und am Strand landet. Schnell fragt man sich, wer ist schuld an dieser Misere, Touristen, Einheimische? Klar, wir als Gast in diesem Land produzieren Müll aber wir werfen diesen auch in den Mülleimer, nicht in die Natur. Hört die Verantwortung auf nach dem ich mein Müll in den Mülleimer geworfen habe? Wir sehen hier Touristen die die Strände säubern und Einheimische die ihren Müll auf der Straße verbrennen. Das macht uns nachdenklich.

Neben der Natur haben wir auch interessante Menschen kennen gelernt. Da ist einmal unserer Nachbar, der hat das Bungalow neben uns schon vor einem halben Jahr bezogen. Andreas lebt schon 15 Jahre in Südostasien und versucht hier in Kambodscha neu Fuß zufassen, nach dem er in Thailand schon ein Haus im Dschungel hat. Mit interessanten Geschichten und einer mindestens genauso interessanten Lebenseinstellung. Er verkauft hier Schmuck, das macht er schon seit 25 Jahren, erst Deutschland, dann Thailand, jetzt hier. Er hat einen beeindruckenden Unternehmergeist. Wenn man ihm zuhört, scheint der Traum vom Leben ganz ohne Schufterei greifbar. Andererseits erzählt er uns verrückte Geschichten über die Zukunft unseres Planeten. Ich für meinen Teil bin froh ihn kennen gelernt zu haben. Außerdem haben wir noch einen jungen Christlichen Missionar aus Stuttgart kennen gelernt, der Benjamin beschäftigt sich mit Kinder aus dem Slum von Phnom Penh. Es gefällt ihm so gut, das er sich vorstellen kann wieder hier her zurück zu kommen.

Und wir haben sie gefunden die wunderschönen Strände, die zum Teil fast schon einsamen, SAUBEREN Strände.IMG_0869

P1010821Man muss sie nur suchen. Mit einer Kokosnuss in der Strandliege haben wir uns dann die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Heute haben wir eine Tour mit dem Boot zur Insel Koh Rong Samloem unternommen mit einem Stop zum Schnorcheln. Das Schnorcheln war etwas ernüchternd, wir haben wenig gesehen und die Ausrüstung ließ zu wünschen übrig. Aber der Strand von Koh Rong Samloem war einfach nur der HAMMER, richtig weißer Sand, türkis blaues Wasser, wenig Menschen, nur ein paar Bungalows, traumhaft. Hier werden wir bestimmt noch mal her kommen und eine Nacht bleiben. Jedoch nicht auf diesem Trip. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Nach den letzen Tagen Stranderholung heißt es für uns: Es geht weiter nach Vietnam, spätestens morgen ziehen wir weiter.

Phnom Penh und die Geschichte Kambodschas

Heute sind wir ca. 15 km ausserhalb der Stadt zu einer Gedenkstätte, dem so genanten “Killing Field” gefahren. Um mehr davon zu verstehen ist ein kleiner Exkurs in die Geschichte Kambodschas nötig:
Im 14-15. Jh. zerfiel das Ankorreich. Es folgten verschiedene Kriege und Kolonialherrschaft der Franzosen. Nach dem Zerfall der französischen Kolonien wurde Kambodscha 1945 volle Souveränität gewährt. Während des Vietnamkrieges bombardierte die USA auch Kambodscha, um vietnamesische Versorgungsstrecken abzuschneiden. Der König von Kambodscha brach die diplomatischen Beziehungen zur USA ab.  Es wird vermutet, dass die USA wiederum einem General namens Lon Nol dabei behilflich war, den König zu stürzen. Kambodscha trat auf Seite der USA in den Vietnamkrieg ein.
Der ehemalige König ging ins Exil, wo er sich der Gruppe der Roten Khmer anschloss. Diese wollten zunächst die Regierung um Lon Nol stürzen. Bei ihrer Machtübernahme wurden sie als Befreier gefeiert. Doch von 1975-1979 wandelten sie sich zum Schrecken der Bevölkerung. Sie dezimierten die Bevölkerung in drei Jahren von 8 auf 5 Millionen Menschen. Es fanden erst wöchentlich und später täglich Massentötungen in den sogenannten Killing Fields statt, von denen es in Kambodscha an die 400 gibt.
Die Roten Khmer mit Pol Pot an der Spitze wollten mit Gewalt das Land zum Agrarkommunismus führen. Beim Einmarsch in Phnom Peng haben sie der Bevölkerung 48 Std. Zeit gegeben, die Stadt zu verlassen. Wer sich weigerte wurde hingerichtet. Die Menschen wurden gezwungen auf den Feldern zu arbeiten. Potenzielle Feinde des paranoiden Führers wurden gefoltert und auf die Killing Fields deportiert.
Auf dem von uns heute besuchten Killing Feld wurden ca. 17.000 Menschen ermordet und das auf brutalste Weise. Da Kugeln zu teuer waren, wurde mit allen verfügbaren Waffen auf die Menschen eingeschlagen. Äxte, mit Stumpfen Bambusstöcken oder Spitzen scharfen Werkzeugen aus der Landwirtschaft. Die Leichen wurden in Massengräbern gestoßen. Besonders entsetzlich war ein großer Baum, an den wurden Säuglinge und Kleinkinder geschlagen bis sie starben.
Nach größeren Regenfällen kommen immer noch Knochenteile aus dem Boden hoch. Wir fanden z.B. einen halben Unterkiefer auf dem Weg. Die meisten Knochen und Schädel wurden jedoch bereits geborgen. 9000 Schädel sind in einem Denkmal ausgestellt. Mehr passen nicht mehr rein. Die Roten Khmer wurden zwar Ende der 70er vertrieben, es entbrannte jedoch ein Bürgerkrieg um die Macht. Erschreckend ist, das die USA, China, Frankreich und Deutschland die Roten Khmer als offizielle Regierung anerkannten und sie im Bürgerkrieg zum Teil finanziell unterstützten.
Nun lebt das Land erst seit 20 Jahren im Frieden und vor diesem Hintergrund sind wir sehr beeindruckt von diesem Volk, das soviel gelitten hat und trotzdem nach vorne schaut, ehrgeizig versucht zu seinen Nachbarn aufzuschließen und sich dem Tourismus öffnet. Die Menschen sind alle sehr freundlich und es ist nicht eine aufgesetzte Freundlichkeit sondern eine, die von innen kommt. Hoffentlich kann Kambodscha sich dies in den nächsten Jahren bewahren.
Phnom Penh war nach Vertreibung der Roten Khmer eine zerstörte Geisterstadt. Sie wurde langsam und mit viel Energie wieder aufgebaut und hat sich zu einem quirligen Städtchen entwickelt. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es nicht, aber Phnom Penh ist am Fluss gelegen und hat immerhin einige Tempel und den Königspalast aufzuweisen. Außerdem gibt es hier eine große Auswahl an Bars und Restaurants.

Wir haben jedoch erst einmal einiges zu verarbeiten und entfliehen den staubigen Straßen und der Hitze auf dem Weg nach Sihoukville, einem Küstenort in Südkambodscha.

Tag 2 in Ankor

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Unseren zweiten Tag in den Tempeln haben wir mit der großen Route verbracht. Sie begann mit einem eher kleinem Tempel, darauf folgte eine einstündige Tuk Tuk Fahrt. Denn wir wollten zu einem kleinen Fluss, Kbal Spean, etwas entfernt von Angkor. Dort wurden sogenannte Lingas (Symbole) zu Ehren der hinduistischen Götter auf dem Grund in den Felsen gehauen.

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Diese sollen älter sein als manche Tempel.

Was wir nicht wussten ist, dass man 1,5 km vom Parkplatz durch den Dschungel bergauf gehen muss. Der Weg war diesmal klar zuerkennen und ausgeschildert ;) . Flip Flops erwiesen sich jedoch als das falsche Schuhwerk. Neben den Symbolen wurden wir mit einem kleinen Wasserfall belohnt, von dem wir vorher nichts wussten. Nach einer erfrischenden Dusche, die Christin aus mangelnder Badebekleidung nicht genießen konnte, sind wir wieder zurück.

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Wir haben uns noch drei weitere Tempel angeschaut die uns sehr gefallen haben, besonders der letzte: Preah Khan.  Dort war eine unübersichtliche Fülle von Bibliotheken, Sälen und Türmen. Vieles ist schon in sich zusammen gefallen, aber man konnte es sich noch so gut vorstellen.

Den letzten Abend in Siem Reap haben wir beim “Cambodian BBQ” ausklingen lassen. Wir haben einen kleinen Grill auf den Tisch bekommen und rohes Fleisch und Fisch, den wir dann selbst gegrillt haben. Es war Krokodilsfleisch dabei, das schmeckte gut aber auch nicht außergewöhnlich anders. Dann hieß es Rucksack packen, den es geht weiter nach Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha.

 

 

Auf den Spuren des alten Ankor Reiches

Endlich endlich gibt es wieder eine vernünftige Internetverbindung, so dass wir euch über die letzten Tage updaten können. Wir sind inzwischen in der Hauptstadt von Kambodscha, in Phnom Penh. Aber zuerst zu den letzten Tagen:
Siem Riep ist bekannt wegen seiner nahen Lage an den Tempeln von Ankor, den Tempeln der Gottkönige. Wir haben uns sagen lassen, dass man circa drei Tage Besichtigung einplanen muss, da die Anlage 200 km² groß ist. Ankor Wat
Wir haben uns dann für die 2 folgenden Tage einen Fahrer gemietet, der uns mit seinem Tuk Tuk in Form einer Motorradrikschka überall hin fuhr.
Zunächst zur Geschichte von Ankor: Die Tempelanlage wurde zwischen dem 9.-13. Jh. errichtet, jeweils vom amtierenden König in Auftrag gegeben. Die Könige sahen sich als Verbindungsstück zwischen irdischem und göttlichen Dasein. Jeder war verpflichtet einen Tempel zu bauen, in welchem er nach seinem Tode als göttliche Inkarnation verehrt werden konnte. Diese ungeheuren Bautätigkeiten erforderten viele Arbeiter, die alle ernährt werden wollten. Bereits im 9. Jh. wurden daher umfangreiche ausgeklügelte Bewässerungsanlagen gebaut, die die Menschen unabhängig von der Trockenzeit ernähren konnten und dabei halfen, das Ankor über Jahrhunderte ein enorm mächtiges Reich wurde.
Auffällig an den Tempeln ist, das es sowohl hinduistische als auch buddhistische Bauweisen gibt. Da die Könige über die Religion ihres Volkes entschieden, gibt es in der Geschichte Kambodschas dreimalige Wechsel zwischen Hinduismus und Buddhismus.IMG_0803
Ankor Wat ist der größte dieser Tempel und weltweit der größte Hindutempel. Am ersten Besichtigungstag haben wir die kleinere der beiden Routen durch die Anlage genommen und die bedeutendsten Tempel besucht. Beeindruckt hat uns, wie der Dschungel teilweise in die Tempel reingewachsen ist, so sind einige Tempel von gigantischen Bäumen umgeben, die die Steine durchbrechen. Manche Fragmente stehen jedoch nur noch weil die Bäume sie mit ihren Wurzeln stützen.
Um den Tag abzurunden haben wir uns am Abend bei einem Buffet einen traditionellen Tanz angeschaut. Der sogenannte Apsara Tanz war früher ausschließlich den Angkor Königen vorbehalten. Sehr zum Leidwesen von Meik waren die Tänzerinnen im Gegensatz zu früher nicht mehr barbusig. Es war trotzdem sehr schön.

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