Kategorie-Archiv: Peru

Ein Dorf in den Anden, Nasca und Lima

Nach dem wir die beeindruckenden Inka Ruinen um Cusco gesehen haben stand noch ein Besuch in Chonta (Schonta gesprochen) auf dem Plan. Chonta ist keine Sehenswürdigkeit und kein Touristen Magnet, es ist das Dorf aus dem meine Mutter stammt. Das Dorf liegt eine drei bis vier Stunden Autofahrt von Cusco entfernt. DSC02650Nach ca. zwei Stunden kamen wir in Limatambo an. Von dort geht es dann eine Schotterpiste das Gebirge hoch. Der Aufstieg dauerte für uns ca. eineinhalb Stunden da wir das Auto des öfteren anschieben mussten. Ein Geländewagen wäre eigentlich angebracht gewesen. Auf dem Weg kam uns ein Schafsherde entgegen. Chonta ist nicht mehr das was es einmal war. Es leben kaum noch Menschen dort oben, das Dorf wirkt verlassen und verfallen. Früher lebten hier sehr viele Familien (300), die Landwirtschaft betrieben haben. Die ehemaligen Einwohner sind fast alle weggezogen, so wie meine Mutter und ihre Geschwister. Chonta ist auch sehr sehr abgelegen, früher gab es weder Strom noch fliesend Wasser. Angeblich verlaufen sich hier doch einzelne Touristen hin, um sich den Kondor anzusehen, die größte Vogelart auf Erden. Wir haben den Kondor leider nicht gesehen.DSC02666 Als wir das Dorf verlassen haben sind wir im Tal bei Limatambo auf eine ehemalige Zuckerrohr Plantage gefahren, auf der werden heute Avocado angebaut. So große Avocado haben wir noch nie gesehen. Am späten Nachmittag sind wir dann zurück nach Cusco. Am nächsten Tag haben wir uns auf den Weg nach Lima gemacht. Die Fahrt dauert ca. 24 Stunden. Wir sind nach ca. 14 Stunden in Nasca ausgestiegen um die mysteriösen Linien von Nasca zu sehen. Wir sind in eine kleine Propellermaschine gestiegen. Die Linien von Nasca sind kilometerlange Linien in der Wüste bei der Stadt Nasca. Neben den Linien und Trapezen sind auch einiger Figuren zusehen wie zB. ein Affe oder eine Spinne.DSC02711 Die Figuren haben eine Länge von bis zu 200 Metern, weshalb sie nur aus dem Flugzeug zu sehen sind. Die Figuren sind über 2000 Jahre alt und einer Kultur vor den Inka zuzuschreiben. Über die Entstehung der Linien und Bedeutung der Figuren gibt es mehrere verschiedene Theorien. Die Menschen die sie gezeichnet haben, konnten nicht fliegen und sie somit auch gar nicht sehen. Der Flug über die Figuren dauerte ca. 40 Minuten. Leider sind wir so hoch geflogen das die Figuren relativ klein waren, wir haben irgendwie mehr erwartet – Jammern auf hohem Niveau :-)
Nach dem kurzem Flug sind wir wieder in den Bus, um nach Lima zu kommen. Dort habe ich noch recht viele Verwandte. Wir haben fast vier Wochen bei meiner Tante verbracht. Wir wurden sehr gut bekocht. Die peruanische Küche ist sehr empfehlenswert. Neben einigen Ausflügen in die Innenstadt von Lima wurden wir zu Ostern von einem Cousin von mir in ein Landhaus eingeladen. DSC02912Am Ostersonntag waren wir zurück und haben mit dem Großteil der Familie auf dem Dach gegrillt. Neben einigen Einladungen zum Essen, haben wir noch den Aqua Park in Lima besucht der besonders nachts durch die Beleuchtung besonders schön ist. Am 30. April haben wir dann noch in Christins Geburtstag rein gefeiert. Der 1. Mai ist auch in Peru Tag der Arbeit so dass fast alle frei hatten. Und am 1. sind wir dann auch schon weiter gereist nach Brasilien.

Alle Fotos gibt es hier.

Puno und der Titikakasee

Von San Pedro de Atacama sind wir mit dem Nachtbus nach Arica gefahren, das an der Grenze zu Peru liegt. Von dort wurden wir in einen Kleinbus verfrachtet, der losfuhr als er voll war und uns nach Tacna brachte, die erste Stadt nach der Grenze. Mein erster Eindruck von Peru war zunächst erschreckend. Das Armutsgefälle im Vergleich zu Chile wird sofort sichtbar, statt freundlich angestrichenen Häusern überwiegend dunkle Lehmhütten und etlicher Müll an der Straße. Wir wollten in Tacna auf keinen Fall übernachten und haben uns entschieden direkt nach Puno am Titikakasee weiterzufahren. Nach einigen Stunden Wartetei und einer weiteren 9 Stunden Busfahrt kamen wir in Puno an.DSC01781 Die Stadt liegt auf 3800 m Höhe, was uns 2 Tage Kopfschmerzen und allgemeine Schlappheit bescherte. Danach hatten wir uns an die Höhe gewöhnt und konnten die Umgebung erkunden. Aufgefallen ist mir, wieviele Traditionen hier noch herrschen. Überall sieht man Frauen mit bunten Kleidern und Tüchern auf dem Rücken gebunden, in denen sie alles transportieren: Lebensmittel, Getreide, Kinder. Das ist wirklich faszinierend. Unser erster Ausflug führte nach Sillustani, wo einige Grabtürme der Inkas die Zeit überlebt hatten. Die Inkas hatten ihre Toten mumifiziert. DSC01838Diese Grabtürme hier waren für die Adligen gedacht. Es gibt einen winzigen Eingang, durch den den Toten Opfern gereicht werden konnten. Die Inkas glaubten an ein Leben nach dem Tod, weshalb die Toten in fötaler Haltung und mit allen möglichen Beigaben beerdigt wurden. Da die Türme aus Vulkangestein gebaut wurden, welches Eisen enthält, schlug schon einige Male der Blitz ein. Somit sahen wir nur noch einen vollständigen Turm. Beeindruckend ist die Bauweise, denn es wurde ohne Fugen und Mörtel gebaut. Bis heute ist nicht sicher wie die Inkas die Steine poliert hatten oder wie sie die Steine so passgenau formen konnten, das sie bis heute jedem Erdbeben standhielten. An unserem nächsten Tag sind wir mit dem Boot auf dem Titikakasee gefahren. Unser erstes Ziel war eine der 40 schwimmenden Schilfinseln, auf denen die Menschen genauso wie vor hundert Jahren leben.IMG_2119 Die Wurzeln vom Schilf sind essbar und schmecken gar nicht schlecht. Wir lernten wie so ein Dorf gebaut wird. Die Leute leben von selbst gemachten Textilien, Fischfang, Jagt und eben Tourismus. Anschließend haben wir die Insel Taquille besichtigt. Die Tracht der Einheimischen hier ist anders als bei den schwimmenden Dörfern, ebenso die Sprache. Auch hier werden Textilien hergestellt und Kinder verkaufen selbstgemachte Armbänder. Obwohl wir laut Karte nur einen winzigen Ausschnitt des Sees sahen, sah es aus als wären wir am Meer.
Puno selbst haben wir uns in den Tagen ebenfalls angesehen. Es gibt einige schöne Aussichtsplattformen. Der Weg dahin ist allerdings extrem anstrengend, da die Stadt am Berg liegt und unzählige Stufen hinaufführen. DSC02060Für den Ausblick hat es sich jedoch gelohnt. Wir haben noch einen weiteren Tempel der Inkas gesehen, es war ursprünglich ein Fruchtbarkeitstempel. Noch heute legen Frauen kleine Opfergaben an dem riesigen Phallus ab.
Erwähnenswert ist die peruanische Küche, die eine der besten Südamerikas ist. Im Land der Kartoffeln und des Mais gibt es unheimlich viele kreative Gerichte. Ich habe sogar schon eine einheimische Spezialität probiert: Cuy. Wir sagen dazu Meerschweinchen. Ja, die sind hier keine Haustiere.

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