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Perth und Umgebung

Kurz nach Neujahr sind wir in Perth angekommen. Auf dem Weg waren noch zwei Sehenswürdigkeiten, praktisch direkt am Straßenrand. Das eine war ein See welcher pink ist,OLYMPUS DIGITAL CAMERA wirklich pink. Das hat was mit den Bakterien zu tun, die im Wasser enthalten sind. Giftig war das ganze aber nicht, schwimmen war auch nicht verboten. Das andere waren Bäume die am Boden in Windrichtung wachsen und das nur weil es in der Gegend fast immer windig ist. Das nächste Highlight war der Narmbung Nationalpark, der hauptsächlich für die Pinnacles bekannt ist. Das sind säulenartige Steine aus Muschelkalk. Wie die entstanden sind, ist nicht abschließend geklärt aber beeindruckend waren sie trotzdem, wie sie so aus dem gelben Sand aufragten.OLYMPUS DIGITAL CAMERA In der Perth angekommen haben wir unseren Reisegefährte Caspar in seinem Hostel abgesetzt und uns verabschiedet, insgesamt waren wir drei Wochen zusammen unterwegs. Unser Australien Abenteuer neigt sich auch langsam dem Ende. Am 9. Februar geht es nach Neuseeland.

Unser primäres Ziel in Perth war, unser Auto zu verkaufen. Dafür haben wir ca. vier Wochen eingeplant, da wir gehört haben, dass viele Backpacker es auf den letzten Drücker versuchen, es sich dann keine Interessenten finden und sie schnell verzweifelt sind. Mir dem Ergebnis, dass sie ihre Autos dann unter Wert verkaufen müssen. Nach dem wir in fast jedem Hostel in Perth einen Aushang platziert und im Internet Anzeigen geschaltet haben, hieß es für uns warten. Wir haben die Zeit genutzt um uns Perth und Umgebung anzusehen.

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Perth wirkt auf den ersten Blick etwas langweilig und versnobt. Das Stadtzentrum ist recht klein, hat aber einige Wolkenkratzer zu bieten. Als wir an unserem ersten Abend ein Bier trinken gehen wollten war dies leider aufgrund der vorherrschenden Kleiderordnung (soviel zu versnobt) nicht möglich. Mit Flip Flops kommt man in keine Bar, schwarze Lederschuhe sind angesagt, eine lange Jeans und ein Hemd mit Kragen. Frauen dagegen haben fast alle knappe Abendkleider an. Unter der Woche soll es aber nicht so streng hergehen. Auf dem zweiten Blick ist Perth dann doch ganz interessant. Die Stadt liegt sehr dicht an verschiedenen Stränden, in 10 bis 15 Minuten mit dem Auto kann man schon am Strand sein. Neben den Stränden gibt es dann noch den großen Kings Park mit Aussicht auf die Skyline von Perth.

Perth vom Kingspark aus betrachtet.

Eine halbe Stunde von Perth entfernt befindet sich der historische Ort Fremantle, es kann als kulturelles Zentrum von Perth betrachtet werden, da sich hier viele Gebäude aus den Anfängen der Kolonialzeit befinden. Eines der Sehenswürdigkeiten ist das Fremantle Gefängnis, welches mindestens so alt ist wie die Stadt. Australien war zu Beginn der Kolonialzeit eine Gefängnisinsel der Briten, um es etwas überspitzt auszudrücken. Weiter südlich wurde uns Margaret River und die Region empfohlen. Hier reiht sich ein Weingut bzw. Winzer an den nächsten. Die Küste ist gesäumt von zerklüfteten Klippen, die wunderschöne Ausblicke bieten. Hier gibt es auch mit 1,7 km den längsten Steg der Südhalbkugel, der zum schnorcheln einlädt. Neben viele schönen Stränden wirkt die Region doch ein wenig verschlafen.

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Nach ca. einer Woche ohne eine Resonanz auf unsere Aushänge und Annoncen bzgl. unseres Autos wurden wir etwas skeptisch, ja der Preis war im vergleich zu andren Angeboten etwas hoch aber unser Auto ist es wert. Um uns etwas abzulenken haben wir zwei Tauchgänge gebucht, einen Nachttauchgang und einen Navigationstauchgang. Nach diesen Tauchgängen dürfen wir uns “Advance Open Water Diver“ nennen. Das Tauchen bei Nacht hört sich vielleicht etwas gruselig an, ist es aber nicht. Ausgerüstet mit Taschenlampe kann eigentlich nichts schief gehen. Und die Unterwasserwelt ist bei Nacht eine ganz andere. Wir haben unzählige Seesterne gesehen und auch einige Krebse. Am besten war aber ein Oktopus und ein Lionfisch. Bei Navigieren ging es darum mit einem Kompass Unterwasser auch wieder zurück zu finden.

Und auf einmal gab es Interessenten für unser Auto. Ein Pärchen aus Deutschland war besonders interessiert. Wir haben uns auf einen guten und fairen Preis einigen können und sind eine Sorge los. Auf der einen Seite sind wir froh, dass wir unser Auto nicht verscherbeln mussten, auf der anderen Seite war es so als würden wir unser Zuhause verkaufen. Insgesamt sind wir ca. 20.000 km mit dem Auto gefahren, es hat uns nie im Stich gelassen.

Sieht man gerade nicht, aber ein bisschen traurig waren wir schon. DSC00097

Plötzlich waren wir Obdachlose, eine neue Unterkunft musste schnell her und die hat sich mal wieder bei airbnb finden lassen. Jetzt haben wir noch zwei Wochen Zeit bis unser Flug nach Sydney geht. Wahrscheinlich werden wir uns noch ein kleines Auto mit Zelt mieten und uns noch mehr von der Umgebung ansehen.

Alle Fotos gibt es hier.

 

Die Westküste

Wir sind nach Broome die Westküste herunter, Richtung Perth gefahren. In Broome selbst haben wir nur das Open Air Kino besucht,DSC00708 angeblich das älteste der Welt. Natürlich haben wir uns auch den Strand angesehen, der Cable Beach heißt so, weil hier das Telefon-Kabel nach Indonesien, Java, verlegt wurde. Krass oder? Leider ist der indische Ozean hier so warm, dass man von einer Erfrischung nicht sprechen kann. Wir waren ganz froh, diesen Hexenkessel zu verlassen und Richtung Süden zu fahren. Unser nächster Halt war im Cape Range Nationalpark, der auf einer Halbinsel liegt, eine schöne Schlucht zu bieten hat und zu dessen Füßen sich das Ningaloo Reef direkt am Strand befindet. Es gibt etliche Schnorchelmöglichkeiten und wir waren wirklich begeistert davon, wieviel es hier zu sehen gibt. DSC00760Wir haben außerdem versucht, Schildkröten beim Eierlegen zu beobachten, jedoch haben wir nur Spuren, aber keine Tiere gefunden. Es ist auch schwer, weil man kein Licht anmachen darf und es nachts am Strand doch ganz schön dunkel sein kann. Weitere 600 km südlich schließt sich eine weitere Halbinsel an, Shark Bay genannt. Hier gibt es Delfine zu sehen, die sehr weit an das Ufer herankommen und von den Rangern gefüttert werden. Das hat sich so etabliert, nachdem die Delfine über Jahre hinweg den Fischkuttern ans Ufer gefolgt sind. So sind sie praktisch eine Tradition und wir haben viel informatives über die Tiere gelernt.

Der ganze Strand sah wirklich so aus! Die sind solo nahe, das war schon toll. DSC00829

Sehr schön war auch der Shell Beach, der aus Millionen von Muscheln besteht sowie die Ausblicke über die Küste. Außerdem gibt es hier Stromatoliten, Bakterien, die kleine Gesteinstürmchen bauen. Sie produzieren dabei Sauerstoff und sollen die ersten Lebewesen der Welt gewesen sein. Es gibt sie nur hier und auf den Bermudas, da der Salzgehalt des Wasser doppelt so hoch ist wie sonst wo, was ihnen das Leben ermöglicht.
Silvester haben wir dann im Kalburri Nationalpark verbracht. Das gleichnamige Örtchen liegt direkt am Meer und der Nationalpark bietet wilde Natur, Schluchten und das berühmte “natürliche Fenster”, eine Felsformation.

DSC00970 Hier haben wir erst einmal ein erfrischendes Bad genommen. DSC00943

Die haben wir uns nicht entgehen lassen. Anschließend sind wir in die “Z-Bend” Schlucht herabgestiegen, eine der schönsten, die wir bisher gesehen haben. Wir sind eine ganze Weile dem Fluss gefolgt, haben auf einmal einen Strand gefunden und konnten im Wasserloch baden. Zu Silvester haben wir in unserer Campingküche “Dinner for one” vorgeführt, was unseren Mitfahrer Caspar und zwei Australier sehr begeistert hat. Mit guter Laune sind wir also ins neue Jahr gerutscht und hoffen, euch ist es ähnlich ergangen. In diesem Sinne auch von uns an alle ein erfolgreichen, glückliches und gesundes neues Jahr!

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