Kategorie-Archiv: Ostküste

Die letzten Wochen in Australien

Die letzten zwei Wochen in Perth haben wir uns hauptsächlich entspannt. DSC00184Wir haben uns noch einige Male in Fremantle herumgetrieben, da das kleine Örtchen einfach sehr schön und lebendig ist. DSC00125Das von Gefangenen erbaute Gefängnis von Fremantle steht unter Kulturschutz und war eines der ersten Gebäude in Western Australia. Hier wurden auch viele Aborigines gefangen gehalten, die meisten wegen Nichtigkeiten. Es gab Folterungen und Hinrichtungen. Einen Schreck kriegt man beim Anblick der winzigen Zellen, es ist kaum vorstellbar, dass dort Menschen hausen mussten. Als Toilette diente ein Eimer mit Deckel. Ein weiteren Ausflug unternahmen wir nach Rottnest Island.

DSC00223Der Name der, vor Fremantle liegenden Insel, leitet sich von rat’s nest “Rattennest” ab, was nicht stimmt, da die dort lebenden Quokka den Ratten zwar ähnlich sehen, aber eine Känguru Art sind. Auf der Insel sind keine Autos erlaubt, weshalb wir die Insel mit dem Fahrrad umrundet haben. Die unzähligen Buchten laden zum Schwimmen und Schnorcheln ein. Wir haben es richtig genossen, mal wieder ein bisschen sportlich unterwegs zu sein.DSC00248

Die sogenannten Hügel von Perth besuchten wir ebenfalls, da dort tolle Sonnenuntergänge zu sehen sind sowie eine sehr schöne Aussicht auf die Skyline der Stadt. Ein weiteres Highlight war der Australia Day, ein staatlicher Feiertag, der in Perth mit einem großen Fest am Flussufer zelebriert wurde. Hier bekamen wir Flug- und Stuntshows zu sehen sowie eines der besten Feuerwerke.

DSC00231Am 4. Februar sind wir dann an unserem letzten Ziel in Australien angekommen: Sydney. Die Stadt fällt besonders durch ihre vielen alten Gebäude auf. Australien hat nicht so viel alte Gebäude. Die Lage am Fluss mit dem Opernhaus und der Harbour Bridge ist wunderschön. DSC00337Die Brücke kann man als Fußgänger überqueren und hat so eine sehr schöne Aussicht über den Fluss und auf die Stadt. Wir haben auch den kleinen Ortsteil Manly mit der Fähre besucht, der wie ein kleiner entspannter Urlaubsort wirkt und direkt am Strand liegt. Unser Highlight hier war deutsches Essen. IMG_1826Wir haben ein bayrisches Restaurant besucht und uns Sauerkraut, Rotkraut, Schweinebraten und Wurst schmecken lassen. Ansonsten bietet Sydney unendlich viele Shoppingmöglichkeiten oder Plätze zum Verweilen sowie ein Chinatown mit vielen Restaurants.
Am 9. Februar war unsere Australien Reise zu Ende und wir sehen unserem nächsten Ziel entgegen: Neuseeland.

Wir wollen euch jedoch unsere Sammlung persönlicher Highlights von Australien nicht vorenthalten:

schräg aufgefallen: Australien hat noch mehr überflüssige Straßenschilder als Deutschland. Außerdem gibt es eine Vielzahl an lustiger Ortsnamen wie GinGin, 1770 aber auch Miami und Altona haben wir gesehen.

was wir vermissten: vernünftige Weihnachtskultur, das absurdeste Präsent im Supermarkt waren Gummibärchen in einer Weihnachtspackung. Wir haben uns nach Lebkuchen und Glühwein verzehrt.

kulturelle Unterschiede: es war sehr erheiternd in staunende Gesichter zu gucken wenn wir erzählten, dass in Deutschland die Leute ihre Autoreifen wechseln müssen, dass man auch bei unter Null Grad noch arbeiten geht, dass wir in jedem Laden Alkohol kaufen dürfen und im Glühwein auch Rum sein kann. Wir mussten lachen als wir gesehen haben, dass es hier in einigen Bars erlaubt ist Alkohol mitzubringen statt, wie in einigen Biergärten bei uns, das Essen.

das nervigste: Die australische Regierung scheint ihren Mitbürgern nicht viel Zivilcourage und sonstige gute Eigenschaften zuzutrauen, da man an wirklich jeder Ecke mit irgendwelchen Belehrungen rechnen muss, die bei Nichtbeachtung unter absurden Geldstrafen stehen. So kostet z.B. nicht anschnallen 600 $. Die Polizei sperrt hemmungslos komplette Straßen, um jeden einzelnen Autofahrer auf Alkohol zu testen und mitunter auch belehrend die Reifenbeschaffenheit am Auto zu kritisieren. In Alice Springs ist sogar der Billigwein “Gun” verboten, weil die Aboriginies das sonst immer kaufen.

größter Schreck: Wir erhielten einen Anruf von einer Tauchschule, dass unsere Kreditkarten dort gefunden wurden, wir verloren zwei Mal die Ladung vom Dachgepäckträger wegen des schlimmen Windes und wir sind einmal mit offener Kofferraumklappe losgefahren und verteilten das Innere des Kofferraumes auf der Straße. Schuld war Caspar.

bester Tauchspot: die S.S. Yongala an der Ostküste, unser bester Schnorchelspot war am Ningaloo Reef an der Westküste.

lebenswerteste Stadt: Je nachdem was man möchte Melbourne oder Perth. Während in Melbourne unheimlich viel Kultur und auch eine schöne alternative Szene vorherrscht, hat man in Perth den Strand und alle damit verbunden Aktivitäten direkt vor der Nase. Außerdem ist das Klima wärmer und gleichbleibender.

Wir haben alle Klimazonen in einem Land bereist, sind in der Zeit gesprungen und haben Berge, Meer, Wüste, Wasserfälle und Städte gesehen. Überall gab es freundliche, aufgeschlossene und hilfsbereite Menschen. Wenn kein Auto auf der Straße zu sehen ist an dem man sich orientiert, gucken wir immernoch in die falsche Richtung.

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HIER gehts zur Galerie der letzten Wochen.

 

Ein Berg und die Suche nach den Schätzen der Erde

Auf dem Weg von der Gold Coast ins Inland sind wir in den Girroween Nationalpark gefahren, weil der wunderschöne Steinformationen haben soll. P1040770Auf unserem Campingplatz waren wir fast alleine. Unsere einzigen Besucher waren 2 Opossums, die uns zu Tode erschrocken haben. Es war stockdunkel und wir haben nur das gesehen was direkt im Schein unserer Stirnlampen war. Auf einmal war neben uns ein Geräusch und als wir den Kopf dahin drehten, saßen 2 Opossums direkt auf dem Tisch neben unserem Topf mit Essen.

Am nächsten Tag sind wir einen 18 km langen Weg gewandert, die großartigen Steinformationen, wegen denen wir da waren, haben wir dabei aber nicht gefunden. Dafür jede Menge falsch beschrifteter Pfade die schließlich mitten an einer Straße endeten. Nirgendwo fand sich ein Schild, wo sich eigentlich unser Campingplatz befand und wie weit das ist. Da es in Australien schon mal vorkommen kann, dass kein anderer Mensch die Straße lang kommt, waren wir etwas beunruhigt. Zum Glück hatten wir einen Kompass und gute Instinkte, so das wir wieder zu unserem Auto zurückgefunden haben. Auch in dieser Nacht waren wir wieder ganz alleine im Wald, was irgendwie gruselig war. Zusätzlich hatte die Zentralverriegelung von unserem Auto eine Macke und wir konnten es nicht einmal abschließen.

Den darauf folgenden Tag sind wir schlauer gewesen und haben uns erstmal nach einer Touristeninformation umgesehen, die uns schließlich auf den rechten Weg brachte. P1040746Wir haben uns 2 Wege im Nationalpark ausgesucht und waren begeistert von den großartigen Steinen. Schön ist, dass wir ganz alleine überall waren. Nur wir und die Natur. Der Aufstieg war mühsam aber es hat sich gelohnt und war mal eine ganz besondere Erfahrung.P1040787 Der zweite Weg führte uns in ein beinahe ausgetrocknetes Flussbett. Es gab nur noch ein paar Wasserlöcher, die der Landschaft ihren eigenen Reiz verliehen. Drum herum waren jede Menge Eukalyptusbäume. Nach unserem Ausflug in den Nationalpark fuhren wir weiter Richtung Melbourne und haben in Inverell unseren nächsten Zwischenstopp eingelegt. Die Stadt bzw. Umgebung ist wegen ihres Saphir-Vorkommens bekannt. Hier kann man welche ansehen, kaufen aber auch finden. So haben wir eine Zeitreise gemacht und sind auf einem Campingplatz gelandet, der ganz einsam war. Dort lebte Bob mit seinem dicken Hund. Bob sah aus als wäre er 100 Jahre alt. Er war groß und hager, hatte strubbelige weiße Haare und einen ebenso strubbeligen Bart in einem recht knittrigen Gesicht. P1040815Mit seinem Hut erinnerte er ein bisschen an eine Vogelscheuche. Seine schwarzen Klamotten rochen, als wären sie schon länger an ihm dran und sie waren außerdem ein bisschen zu groß. Er redete permanent mit sich selbst oder dem Hund und wenn er mit uns sprach, war er schlecht zu verstehen, weil er kaum noch Zähne hatte. Er war aber sehr freundlich und zeigte uns wie wir Saphire finden könnten. Wenn er dann so anpackte, Dreck schaufelte und schwere Eimer trug, konnte man sich fragen, ob er nicht vielleicht doch erst 55 Jahre alt ist. Das Steine finden ist gar nicht so leicht. Zuerst muss man die ganze Erde in einen Eimer schaufeln und bewässern. Anschließend siebt man die Erde heraus bis die Steine übrig sind. P1040820Da die Edelsteine schwerer sind als die gewöhnlichen Steine, kippt man das Sieb dann um und müsste die wertvollen Stücke oben auf liegen haben. Theoretisch jedenfalls. Es erfordert einige Übung, bis man raus haut, wieviele Steine man sieben sollte um überhaupt noch durch zu sehen. Außerdem ist es ziemlich schwierig die guten von den schlechten Steinen zu unterscheiden, denn auch ganz normale Kieselsteine können farbig sein. Der Trick ist, dass die nicht glänzen wie Glas. Trotzdem haben wir die Hälfte übersehen, während der Alte aus 1 Meter Entfernung schon gesehen hat, wieviele Steinchen wir da in der Masse versteckt vor uns hatten. Das ganze schaufeln und sieben ist eine staubige und dreckige Angelegenheit. Für einen Nachmittag hat es und aber Spaß gemacht und wir sind mit einigen kleinen Steinchen wieder abgereist.

Die nächsten 2 Tage sind wir durchgefahren, da wir zum Wochenende in Bendigo sein wollten. Hier findet ein Blues & Roots Festival statt und wir wollten dort einen Freund von Meik treffen, der dort mit seiner Freundin wegen dem Festival ist.

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Von Walen und Gartenarbeit

Gleich am Tag nach unserer Rückkehr aus Frasers Island haben wir noch eine Tour mit dem Boot gemacht um Buckelwale zu sehen. Die sind von Juni bis Ende Oktober in der Bucht vor Harvey Bay und ziehen dort ihre Jungen soweit groß, dass sie die Reise in die kalten Gewässer des Atlantiks überleben. Da das Ende der Saison bevorstand, hatten wir nicht mehr das Glück Dutzende von Walen zu sehen aber immerhin konnten wir zwei Mütter mit ihren Kälbern sehen. IMG_4751Ob die Wale in dem Moment ihrer Beobachtung Lust haben aus dem Wasser zu springen kann man letztendlich auch in der Hochsaison nicht wissen. Wir sahen immerhin eine Schnauze, sowie die Seitenflosse und den weißen Bauch unter dem Wasser schimmern. Richtig rausgesprungen ist leider keiner. Insgesamt war aber schon zu sehen, dass wir hier keine Delfine beobachten sondern weitaus größere Tiere. Und es ist schön, dass die Wale wieder sicher in den Gewässern vor Australien schwimmen können, da sie früher gejagt wurden.IMG_4781
Wir verließen Harvey Bay dann weiter in Richtung Süden und fuhren direkt nach Brisbane. Die Jobsuche war erstmal wieder im Vordergrund. Am 4. Tag haben wir Brisbane dann jedoch wieder verlassen. Wir sind nach Currumbin Valley gefahren, einem kleinen Dorf im Hinterland der Gold Coast. Dort haben wir die Möglichkeit bekommen eine Woche lang für ein bisschen Gartenarbeit Unterkunft und Essen zu bekommen. Die Australierin Kathy wohnte dort mit Tochter Vanessa. Wir haben dann Unkraut gerupft, Mulch gestreut, eine Hecke geschnitten und ein Loch gegraben.

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Unsere täglichen Highlights waren jede Menge Kängurus, die nur einige Meter entfernt über die Wiese hüpften. Kathy selbst ist Hausfrau aber ist schon sehr viel gereist und war zu “Zonezeiten” noch in Berlin.

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Sie berichtete wie beängstigend aber auch interessant alles war: z.B. die Polizeipräsenz in den U-Bahnhöfen, die darauf achteten, das keine Ostdeutschen in den Westen abhauen. Es klingt alles noch viel unwirklicher, wenn man das aus der Sicht einer Australierin hört. Von der Gold Coast haben wir uns Surfers Paradise sowie Bayron Bay angesehen. Beides sehr schön, besonders die Skyline von Surfers Paradise. P1040697Aber alles ist sehr auf Luxus ausgelegt und nicht für längere Aufenthalte geeignet. Bayron Bay ist besonders für die ganzen Hippies bekannt. Zur Zeit erfährt die Stadt jedoch eine starke Veränderung durch Investoren, die alles schick machen wollen. Dennoch ist durchaus noch was aus der alten Zeit zu sehen.
Nach der Woche bei Kathy hatte sich jobmäßig leider nichts in Brisbane und Umgebung ergeben, so dass wir entschieden nach Melbourne zu fahren. Damit ihr euch auf unseren nächsten 1.700 km Richtung Melbourne nicht langweilt, haben wir inzwischen zu allen unseren Aufenthaltsorten FOTOGALERIEN  hochgeladen. Wir hoffen es gefällt euch!

Action auf Fraser Island

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Die Farbe hat Christin sich ausgesucht.

Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt hat mich echt beeindruckt und vor allem Spaß gemacht. Die Aboriginies nennen die Insel K´gari´, was soviel wie „Paradies“ bedeutet. Auf Fraser gibt es keine richtige Infrastruktur. Aus diesem Grund kann die Insel nur mit Allradantrieb befahren werden. Im Moment ist der Sand besonders weich und locker, da es schon seit März nicht mehr geregnet hat.   Es ist sehr leicht, sich mit dem Jeep festzufahren. Wir haben uns deshalb für eine Tour mit Guide entschieden anstatt selbst einen Wagen auszuleihen. 3 Tage und 2 Nächte dauerte unsere Tour. Wir haben gezeltet, die zweite Nacht sogar wild, also ohne Sanitäranlagen mitten in der Düne über den Meer. Wir konnten einen wunderbaren Vollmond aufgehen sehen, so groß und gelb wie die Sonne. Unsere Gruppe bestand aus 14 Leuten und wir hatten zwei Geländewagen. IMG_4682Einer wurde nur vom Guide gefahren und im anderen haben sich alle die fahren wollten abgewechselt. Christin wollte nicht fahren, ich schon. Es durften auch nur Leute über 21 fahren, einige mussten daher zusehen. Das Fahren hat sehr viel Spaß gemacht. Besonders die Pfade mit dem weichen Dünensand mitten im Wald. Da muss man einfach durch jagen um nicht stecken zu bleiben. Als würde man den Sand hassen, wie uns ein Engländer riet. Dabei hüpft und schaukelt das Auto gewaltig. Am letzten Tag bin ich dann doch mal stecken geblieben. Der Guide auch.

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Die anderen mussten dann aussteigen und schieben bis wir wieder festeren Sand unter den Rädern hatten. Dreimal mussten wir die ganze Strecke zurück schieben, bis wir es schafften. Ich war da schon angespannt, aber rückblickend war das eine tolle Erfahrung. Obwohl Frasers Island eine Sandinsel ist, wächst dort Regenwald drauf. Damit ist sie weltweit einzigartig. Der Sandstrand ist über 70 km lang, man darf aber nicht baden gehen, da an der Küste gefährliche Haie sein können und es Unterströmungen gibt. Außerdem ist der Sandstrand nicht nur Highway sondern auch Start- und Landebahn für kleiner Flugzeuge. Die Insel beherbergt über 100 Süßwasserseen, deren Wasser Trinkwasserqualität hat und in denen wir schwimmen konnte

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Besonders schön war der Lake Wabby, der von einer gigantischen Sanddüne umgeben ist. Es hat richtig Spaß gemacht, da herum zu springen. Ich habe mich sogar von oben durch den Sand ins Wasser rollen lassen.

Ein andere wunderschöner See war der Lake Mc Kenzie. Der ist auf jeder Postkarte drauf und hat wunderbar klares Wasser und weißen Sand.P1040652 Außerdem ist die Insel die Heimat der reinrassigsten Dingos Australien, das sind wilde, wie Hunde aussehende Tiere. Da es in der Vergangenheit schon zu Attacken der Dingos kam, hängen überall Warnschilder herum. Man soll immer einen Stock dabei haben, nie alleine unterwegs sein und kein Essen aber auch Kosmetiksachen im Zelt haben.

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Dingos sind keine Hunde und gefährlich.

Dingos sind neugierig und zerreissen dann schonmal das Zelt. Tatsächlich konnten Christin und ich einen Dingo beobachten, der an unser Lager geschlichen kam und den Grill ableckte. Alles andere hatten wir Dingo-sicher weggepackt.

Eine weitere bekannte Sehenswürdigkeit ist das Maheno Schiffswrack. Dafür mussten wir diesmal nicht tauchen. Die Maheno ist während eines Zyklons gestrandet und alle Bergungsversuche waren vergebens, so dass sie bis heute da liegt. Allerdings sinkt sie immer weiter in den Sand, weshalb heute nur noch das oberste der vier Decks zu sehen ist.

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Zwischen zum Teil haarsträubenden Fahrten durch das Innere der Insel haben wir außerdem noch Steinformationen mit farbigen Sand betrachtet und im nördlichen Teil der Insel an einer Steilklippe die Aussicht genossen.

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Alle Fotos gibt es hier zu sehen

Airlie Beach und die Whitsundays

Es sind noch nicht viele Tage vergangen und trotzdem haben wir einige richtig tolle Erlebnisse gehabt. Zuerst sind wir nach Airlie Beach gefahren. Von dort gehen die Touren zu den Whitsundays, einer aus 74 Inseln bestehende Inselgruppe. P1040310Hier war der Weg das Ziel, denn bis auf einige Schnorchelstops sind wir nicht vom Boot runter gekommen. Zwischendurch war es so schaukelig, dass wir uns schworen beim nächsten Mal Seekrankheitstabletten einzuschmeißen. P1040336Wir hingen zwar nicht über der Reeling aber wenn einem die ganze Zeit so flau im Magen ist hat man auch keinen Spaß. Das Highlight der zweitägigen Tour war jedenfalls der Whithaven Beach der größten Insel der Whitsundays. Der Sand ist fein wie Mehl und durch den über 90%igen Siliziumanteil fast weiß. Der Ausblick vom Berg war einzigartig, wie im Paradies. Leider haben wir ansonsten nicht viel von den 74 Inseln gesehen. Das müsste man wahrscheinlich selbstständig organisieren.
Airlie Beach selbst ist eine kleine niedliche Touristenstadt zwischenP1040345 Bergen und Meer mit jeder Menge kleiner Lädchen und wie in Cairns einer Lagune zum baden mit Blick aufs Meer.

Wir haben Airlie Beach dann in Richtung Süden verlassen und sind in das kleine Städtchen Agnes Water mit dem dazugehörigen Town 1770 gefahren. Der lustige Name von Seventeen Seventy (1770) geht auf die Landung von Captain Cook an der Küste im selbigen Jahr zurück. In dem Jahr begann die Kolonisierung durch die Briten. P1040353Hier gibt es wunderschöne Strände und Aussichtspunkte. Wir haben auch riesige Pelikane gesehen. Alles ist genauso schön aber viel ruhiger als in Airlie Beach.
Lange haben uns die Strände jedoch nicht aufgehalten und so sind wir nach Harvey Bay gefahren, dem Tor zu Fraser Island.

Wracktauchen und Arbeitsuchen

Wir sind jetzt schon zweieinhalb Wochen mit unserem Auto unterwegs und haben schon einiges von Australien gesehen, aber wenn man sich das mal auf der Karte an guckt ist es wirklich nur ein ganz kleiner Teil. Ja man vergiss sehr schnell wie groß das Land eigentlich ist. Deutschland würde über 20 mal in Australien passen.

Zur Abwechslung haben wir mal was ganz neues ausprobiert, und zwar waren wir Tauchen :-D
Wir waren Wrack Tauchen und es war einer unserer besten Tauchgänge. Wir haben neben zwei verschieden Arten von Mantas(Rochen), Haie, Schildkröten und Seeschlangen gesehen. Es gab unendlich viele Fischschwärme sowie einen Riesenfisch.

Giant Queensländer Grouper

Der Giant Queensländer Grouper, der war bestimmt so groß wie wir und schwebte genau vor uns im Wasser. Ach ja und da war natürlich noch das Wrack selbst, welches für Taucher zu den Top Ten der Welt gehört. Die S.S. Yongala (S.S. steht für Steamship = Dampfschiff) ist vor über 100 Jahren gesunken und wurde erst nach über 50 Jahren wieder entdeckt. Das Schiff wurde von einem Zyklon versenkt, alle 122 Passagiere und Crew Mitglieder kamen dabei ums Leben.

Die genauen Umstände konnten nie aufgeklärt werden. Es ist nicht erlaubt das Innere eines Wrackes ohne spezielle Ausbildung zu betauchen, da es zu gefährlich ist, dennoch konnten wir einmal durch das Fenster gucken und auch die Toiletten sowie den explodierten Maschinenraum sehen.

 

Neben dem mystischen Untergang der Yongala ereignete sich vor ca. 10 Jahren ein ebenso mystischer Todesfall beim betauchen des Wracks. Ein junges Ehepaar wollte das Wrack in ihren Flitterwochen betauchen. Fünf Minuten später hat der Tauchlehrer jemandem auf dem Grund liegen sehen. Es war die junge Braut. Wiederbelebungsversuche auf dem Tauchboot blieben vergebens. Nach Aussage des Ehemanns ist seine Frau in Panik geraten und hat ihre Tauchermaske vom Gesicht gerissen. Andere Taucher haben gesehen wie der Ehemann seine Frau umarmt haben soll. Die Obduktion ergab das die Braut kein Wasser in der Lunge hatte. Todesursache war Ersticken. Dem Bräutigam wurde unterstellt bei der Umarmung seiner Frau die Luft abgedreht zu haben. Angeblich hatte er sie vor dem “Unfall” bedrängt, ihn in ihrer Versicherung zu begünstigen. Nachgewiesen werden konnte das bis heute nicht. Der frisch gebackene Ehemann ist übrigens Rettungstaucher. Laut Tauchcomputer hatte er noch in Ruhe seinen Sicherheitsstop in 5 Metern Tiefe gemacht bevor er Hilfe holte.

Nach dem Taucherlebnis waren wir wieder auf Suche nach Arbeit. Leider vergebens. Für Fruit Picking ist es im Moment die falsche Zeit, in ein zwei Monaten könnten wir vielleicht Mangos pflücken. So lange können wir aber hier nicht warten. Einen Tag konnten wir dann doch arbeiten. Wir haben auch einer Zuckerrohr Farm ausgeholfen. Unsere Aufgabe war es, bei der Verlegung und Einstellung der Bewässerungsanlage zu helfen. Der Farmer hatte nur Arbeit für einen Tag. Aber es war auch so anstrengend dass ich keine zweiten Tag mit gemacht hätte. Christin hat schon nach zwei Stunden aufgegeben. Wir standen in der glühenden Hitze auf dem Feld und haben einen großen sehr großen Schlauch am Rande des Felds verlegt. In diesen Schlauch mussten wir Plastikbecher mit Löchern stecken. Die Löcher waren unterschiedlich groß und regulierten die Bewässerung der Felder. Die Becher kamen alle 1 Meter in den Schlauch und dazu musste man sich bücken. Am Abend hatte ich dann richtig Rückenschmerzen. Wenigstens gab es gleich Cash.

Hier wächst irgendwann mal Sugar Can

Hier wächst irgendwann mal Sugar Can

Die nächsten Tag telefonierten wir ca. 20 Farmen ab und sind sogar bei einigen persönlich gewesen. Doch keine hatte Arbeit für uns. Deshalb beschlossen wir erstmal zu den Whitsunday Inseln zufahren.

Die Tablelands

Fast 2 Wochen fahren wir nun schon mit dem Auto in der Gegend um Cairns herum und wir haben bereits einige tierische Einwohner Australiens kennen gelernt: da sind zB die Baumkängurus, die aussehen wie eine Mischung aus Känguru und Affe, außerdem haben wir wunderschöne Parrotvögel gesehen. P1040287Die sind Papageien sehr ähnlich und machen besonders am morgen wahnsinnigen Krach. Fledermäuse fliegen auch nachts in Scharen.

 

 

 

Sehr schön war auch die Begegnung mit Wallabys auf einem unserer Campingplätze.

P1040042 P1040048 Die durfte man füttern. Ansonsten achten die Australier sehr auf Umwelt und Natur, überall stehen Schilder, das man nichts anfassen oder füttern soll. Besonders die Cassowaries nicht, das sind Vögel mit rotem Kopf die wie Truthähne aussehen. Wir haben in den letzten Tagen die Gegend um Cairns abgefahren und sind hauptsächlich im Regenwald und an Wasserfällen gewesen. Die schönste Strecke durch den Regenwald war mit dem Auto, sie war aber auch die abenteuerlichste Strecke, denn wir hätten sie mit unserem Auto nicht fahren dürfen sondern nur mit Vierradantrieb. P1030995Wir hatten eine falsch bezeichnete Karte und Glück, dass wir nicht das Auto kaputt gefahren hatten. Auf den verschiedenen Campingplätzen stellten wir fest, das die Australier ein sehr neugieriges und erzählfreudiges Volk sind. Kaum packt man an seinem Auto rum, kommt jemand und will wissen woher wir kommen und wohin wir wollen und wie es uns in Australien gefällt. Erstaunlich ist, dass die Australier entweder selbst ein bisschen deutsch können oder Freunde in Deutschland haben.  Wir lernen von den Einheimischen wie man Feuer macht, wie die Tiere heißen, wann die Regenzeit die Gegend unpassierbar macht und man besser gen Süden reisen sollte und warum es manchmal auf großen Flächen neben der Straße brennt. Das sind nämlich kontrollierte Brände, damit keine größeren entstehen können. Außerdem lernen wir früh aufzustehen weil es im Auto ab 7:30 einfach zu heiß wird und wir üben noch, zeitig auf dem nächsten Campingplatz zu anzukommen, weil die Sonne kurz nach 6 unter geht und man nicht in der Dämmerung Auto fahren soll. Da könnte man Kängurus begegnen.  Wir haben unseren Autoverkäufer gefragt ob er schonmal eins erwischt hat und er meinte lapidar  “Andauernd, Kängurus unter 15 Kilo sind kein Problem.” Aha, das müssen wir nicht haben. In den ersten Tagen waren wir trotzdem immer die letzten die aufgestanden sind und die letzten, die den nächsten Platz erreichten. Der neue Rhythmus ist gewöhnungsbedürftig, aber tatsächlich ist ab 20Uhr Ruhe auf den Plätzen und alle liegen im Bett.

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Gestern haben wir uns auf den Weg nach Townsville gemacht, 400 km unterhalb von Cairns. Meik hatte Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern, jedoch ist nichts daraus geworden. So fuhren wir erst einmal weiter. Auf dem Weg kamen wir an einen Ort namens The Boulders, der Legende nach stürzte sich dort eine Aboriginie Frau zu Tode, weil sie ihren Liebsten nicht haben durfte. Wir genossen dort nur das kühle Wasser zum morgendlichen Bad. P1040216 P1040222

Am nachmittag waren wir dann schon wieder an der Küste, wo wir wegen der Krokodile jedoch lieber auf das Baden verzichteten.
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Unser Start in Down Under

Kurz vor Abreise in Singapur hatten wir noch keine Unterkunft in Brisbane. Wir wussten nicht wo wir schlafen sollten. Christin wollten auf keinen Fall in ein Hostel. Hostel hätte bedeutet das man mit ca. 8 Leuten in einem Raum schläft. Um mit noch viel mehreren Leuten teilt man sich Toilette und Dusche. Ich hatte auch keine Lust mir ein Zimmer mit 18 jährigen Abiturienten zu teilen. Am meisten haben mich die mindestens 35,00 A$ pro Person pro Nacht abgeschreckt. Nach einer kurzen Recherche bin ich dann auf airbnb.com gestoßen. P1030904Das ist so etwas wie Couch Surfing, nur mit bezahlen. Wir haben dort ein schönes Zimmer bei einer netten Australiern gefunden. Bei Julianne hatten wir unser eigenes Zimmer und das Bad haben wir uns nur mit ihr geteilt, das ganze hat uns 50,00 A$ pro Nacht für uns beide gekostet. In Brisbane hatten wir uns um organisatorisches gekümmert. Wir haben Bankkonten eröffnet und unsere Steuernummer beantragt um arbeiten zu können. Wir haben uns Brisbane angeschaut und wir haben vor allem erstmal ein Gefühl für Australien bekommen. Eigentlich sehr westlich und hier und da auch sehr teuer, andere Dinge kosten dann aber auch ungefähr das selbe wie bei uns. Es gibt auch Aldi in Down Under :-D . Wir haben in Brisbane auch nach einem Auto bzw. Campervan und Arbeit Ausschau gehalten, leider ergebnislos. Wir haben uns dann nach einer Woche entschieden nach Cairns hoch zufliegen, unter anderem weil es in Brisbane Abends mit 16-18 Grad zu kalt war. In Cairns angekommen haben wir uns erstmal zwei Tauchgänge im Great Barrier Reef gegönnt. Von der Unterwasserwelt waren wir enttäuscht, in Thailand und bei Bali haben wir viel viel schönere Fische und auch viel mehr und größere Schwärme gesehen. Auch die Korallen haben nicht überzeugt. Dafür war die Organisation und der Service sehr gut. Das kennen wir auch anders. Dennoch können wir euch Bilder zeigen, da wir diesmal eine Unterwasserkamera dabei hatten.

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Die nächsten Tage verwendeten wir für Recherche bzgl. Autokauf und Arbeitssuche. Australien hat ca. 6 Bundesstaaten bzw. Territorien und alle haben ein eigenes Verkehrsamt mit ganz unterschiedliche Regeln was den Kauf, Verkauf und die Registrierung eines Autos angeht. Es ist also schwer ein Auto im Staat Queensland zu kaufen und in Sydney(New South Wales) wieder zu verkaufen. Für Backpacker ist es am besten ein Auto zu Kaufen welches in West Australien registriert ist. Das Verkehrsamt dort, erlaubt jegliche Angelegenheiten (Kauf, Verkauf u. Registrierung) telefonisch oder online zu regeln. Solche Autos mit West Australien Kennzeichen kann man in Queensland eigentlich nur von anderen Backpackern kaufen, die wiederum haben ihr Auto auch von anderen Backpackern gekauft und so weiter. Solche Autos habe meistens weit über 300.000 KM auf der Uhr und haben Australien mehr als zweimal umrundetet. Die Autos kommen mit viel Camping Equipment daher, aber uns ist die Fahrtüchtigkeit doch wichtiger, so haben wir uns nicht blenden lassen von Campingkocher, Zelt etc.
Zusätzlich wurde unsere Autosuche noch erschwert durch andere Rucksack Reisende. Wenn man sich nicht gerade freundlich austauscht steht man nämlich in Konkurrenz um Auto und Job – es gibt einfach zuviel. So wurde zum Beispiel für ein Auto mehr geboten, als vom Verkäufer ursprünglich gefordert, obwohl es mehreres zu reparieren gab. Wir haben uns für einen Ford Falcon Baujahr 1996 mit Fahrsicherheitscheck(Road Worthy) entschieden. Den haben wir direkt von einem Australier gekauft. Als stolze Autobesitzer sind wir jetzt auf der Suche nach günstigem Camping Equipment und nach Arbeit, wenn sich keine Arbeit finden lässt fahren wir erst die Ostküste runter und suchen in den großen Städten weiter.IMG_1335