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Brasilien und das Ende der Reise

Während wir den ganzen Tag im Flugzeug sitzen werden, könnt ihr nochmal die letzten Tage nachlesen. Am 2. Mai sind wir in Porto Alegre angekommen und waren eine Woche bei Meiks Freund Fabian zu Besuch, der schon zwei Jahre in Brasilien lebt. DSC03099Wir haben uns die Stadt angesehen, waren traditionell essen und den Parque Nacional Deaperados da Serra, einen Nationalpark in der Umgebung besucht. Es gibt um Porto Alegre einige Wanderwege, die zu Schluchten führen und eine davon sind wir hinunter und wieder hinauf geklettert. Fleischliebhaber kommen hier übrigens sehr auf ihre Kosten, es gibt Restaurants mit Fleisch-Flatrate. Die Kellner laufen unaufhörlich mit unterschiedlichen Fleischspießen von Tisch zu Tisch und man kann sich an Hühnerherzen, Lamm und feinsten Fleischscheiben vom Rind satt essen (die Qualität ist nicht annähernd mit Rodizio zu vergleichen). Tatsächlich haben wir selten so gutes Fleisch geschmeckt. Die letzten 4 Tage vor unserer Rückkehr nach Deutschland haben wir in Rio de Janeiro verbracht. Obwohl Herbst ist hatten wir hier Sonnenschein bei 26 Grad. Unser Hotel liegt im wunderschönen Santa Teresa, einem Viertel auf dem Berg, was mit Kopfsteinpflaster und alten Villen einen ganz eigenen Charme hat. DSC03135Außerdem ist es sicher, was in Rio nicht ganz unwichtig ist. Die Strände von Copacabana und Ipanema haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wegen der gefährlichen Brandung war baden aber verboten. Trotzdem konnten wir hier so einige Frauen im Tanga beobachten, was anscheinend eher zur Kultur gehört und weniger dem Körperkult geschuldet ist. In der Nähe der Strände gab es einige Märkte mit schönem Kunsthandwerk und auch Gemälden. Um Rio von oben zu betrachten, haben wir einen Ausflug zur San Cristobal gemacht. So schön wie die Aussicht von dort oben auch ist: Es war mit Abstand die am stärksten besuchte Touristenattraktion der ganzen Reise und das Gedrängel grauenhaft. IMG_2455Wir sind daher nicht lange dort oben geblieben und haben uns lieber zum Zuckerhut aufgemacht. Dorthin kommt man nur mit der Gondel. Die Aussicht von dort war auch sehr schön und es war nicht so schlimm bevölkert. Ein weiteres Highlight war die 230 Stufen lange, berühmteste Treppe von Rio, die Estario Selarón. Ein Künstler aus Chile verziert diese mit Fließen aus aller Welt. Wir haben auch einige deutsche Städte entdecken können. Insgesamt ist Brasilien jedoch schwierig zu bereisen. Wie im restlichen Südamerika kann hier kaum jemand englisch. Ein Taxifahrer erklärte uns beispielsweise, das von den Touristen erwartet wird, dass sie portugiesisch können, auch wenn sie nur kurz hier sind. So kurz vor der WM ist das eine Einstellung, die unserer Meinung nach überhaupt nicht vertretbar ist. Zumal im restlichen Südamerika spanisch gesprochen wird und es wohl nicht erwartet werden kann, dass jeder Tourist nun spanisch und portugiesisch beherrscht. Laut Fabian sind solche Aussagen aber ehrer die Ausnahme. Viele entschuldigen sich für ihre Unwissenheit. DSC03169Das Problem besteht nicht nur bei der Kommunikation mit Straßenverkäufern sondern auch im Flughafen, Taxi, Tourveranstaltern und beim Personal des Nahverkehrs. Das beste Beispiel war im Flugzeug nach Rio: Wir erkundigen uns auf englisch was das Getränkeangebot beinhaltet und die Stewardess betet uns auswendig gelerntes runter, ebenfalls auf englisch. Als wir dann unsere Auswahl treffen weiß sie gar nicht was gemeint ist, weil sie die Übersetzung der englischen Getränkeliste vergessen hat. Um sich zu retten sagte sie dann, sie hat das gewünschte Getränk nicht. Wir haben in Brasilien 2 Regeln gelernt: 1. Geduld und 2. nichts hinterfragen.

Hier noch unsere Zusammenfassung der 2 Monate in Südamerika:

beste Sehenswürdigkeit: Cusco und die Ruinen in der Umgebung sowie die Umgebung von San Pedro de Atacama in Chile.

bestes Essen: gibt es eindeutig in Peru, die Küche ist einfach umwerfend und viele Gerichte werden wir vermissen, weil es die Zutaten in Deutschland gar nicht gibt.

was hat genervt: das man Englisch nicht weit kommt, am schlechtesten in Brasilien. Dort bekommt man an Geldautomaten mit ausländischen Karten auch zum Teil kein Geld, so dass man erst einmal stundenlang nach einer geeigneten Bank suchen muss.

Kultur: Ja, es gibt sie wieder. Südamerika ist voll damit und das ist gut!

Sicherheit: ist in Südamerika nicht so gut wie in allen anderen Ländern, die wir besuchten. Mit ein bisschen Vorsorge und gesundem Menschenverstand sind wir aber auch hier sicher durchgekommen.

immer wieder schön: die riesigen Märkte, Straßenhändler, Minishops, Mototaxis. Supermärkte gibt es zwar, aber besonders in den Vororten nicht viele und so hat eben jeder seinen Laden mit Shampoo, Kerzen, Krempel usw.

was wir in Deutschland vermissen werden: richtig gutes Fleisch und das ganze frische Obst.

Damit geht unsere Weltreise nun zu Ende. Die letzten Wochen vergingen nun doch sehr schnell und irgendwie ist es kaum zu glauben, dass ein Jahr vergangen ist. Ein unvergessliches Jahr voller neuer Eindrücke und Erlebnissen, von denen wir alle sehr genossen haben und mit denen wir vollauf zufrieden sind.

An dieser Stelle an unsere (heimlichen) Leser, die Kommentare aber auch Telefonate oder emails mit netten und manchmal aufmunternden Worten gesandt haben. Auch in solch einem Jahr scheint nicht jeden Tag die Sonne und Unterstützung aus der Ferne ist dann besonders schön. Wir danken euch!

Hier sind die letzten Bilder. 

Wem unsere Bilder nicht reichen: hier ein Link zu einem Video aus Rio von Snoop Dog

Ein Dorf in den Anden, Nasca und Lima

Nach dem wir die beeindruckenden Inka Ruinen um Cusco gesehen haben stand noch ein Besuch in Chonta (Schonta gesprochen) auf dem Plan. Chonta ist keine Sehenswürdigkeit und kein Touristen Magnet, es ist das Dorf aus dem meine Mutter stammt. Das Dorf liegt eine drei bis vier Stunden Autofahrt von Cusco entfernt. DSC02650Nach ca. zwei Stunden kamen wir in Limatambo an. Von dort geht es dann eine Schotterpiste das Gebirge hoch. Der Aufstieg dauerte für uns ca. eineinhalb Stunden da wir das Auto des öfteren anschieben mussten. Ein Geländewagen wäre eigentlich angebracht gewesen. Auf dem Weg kam uns ein Schafsherde entgegen. Chonta ist nicht mehr das was es einmal war. Es leben kaum noch Menschen dort oben, das Dorf wirkt verlassen und verfallen. Früher lebten hier sehr viele Familien (300), die Landwirtschaft betrieben haben. Die ehemaligen Einwohner sind fast alle weggezogen, so wie meine Mutter und ihre Geschwister. Chonta ist auch sehr sehr abgelegen, früher gab es weder Strom noch fliesend Wasser. Angeblich verlaufen sich hier doch einzelne Touristen hin, um sich den Kondor anzusehen, die größte Vogelart auf Erden. Wir haben den Kondor leider nicht gesehen.DSC02666 Als wir das Dorf verlassen haben sind wir im Tal bei Limatambo auf eine ehemalige Zuckerrohr Plantage gefahren, auf der werden heute Avocado angebaut. So große Avocado haben wir noch nie gesehen. Am späten Nachmittag sind wir dann zurück nach Cusco. Am nächsten Tag haben wir uns auf den Weg nach Lima gemacht. Die Fahrt dauert ca. 24 Stunden. Wir sind nach ca. 14 Stunden in Nasca ausgestiegen um die mysteriösen Linien von Nasca zu sehen. Wir sind in eine kleine Propellermaschine gestiegen. Die Linien von Nasca sind kilometerlange Linien in der Wüste bei der Stadt Nasca. Neben den Linien und Trapezen sind auch einiger Figuren zusehen wie zB. ein Affe oder eine Spinne.DSC02711 Die Figuren haben eine Länge von bis zu 200 Metern, weshalb sie nur aus dem Flugzeug zu sehen sind. Die Figuren sind über 2000 Jahre alt und einer Kultur vor den Inka zuzuschreiben. Über die Entstehung der Linien und Bedeutung der Figuren gibt es mehrere verschiedene Theorien. Die Menschen die sie gezeichnet haben, konnten nicht fliegen und sie somit auch gar nicht sehen. Der Flug über die Figuren dauerte ca. 40 Minuten. Leider sind wir so hoch geflogen das die Figuren relativ klein waren, wir haben irgendwie mehr erwartet – Jammern auf hohem Niveau :-)
Nach dem kurzem Flug sind wir wieder in den Bus, um nach Lima zu kommen. Dort habe ich noch recht viele Verwandte. Wir haben fast vier Wochen bei meiner Tante verbracht. Wir wurden sehr gut bekocht. Die peruanische Küche ist sehr empfehlenswert. Neben einigen Ausflügen in die Innenstadt von Lima wurden wir zu Ostern von einem Cousin von mir in ein Landhaus eingeladen. DSC02912Am Ostersonntag waren wir zurück und haben mit dem Großteil der Familie auf dem Dach gegrillt. Neben einigen Einladungen zum Essen, haben wir noch den Aqua Park in Lima besucht der besonders nachts durch die Beleuchtung besonders schön ist. Am 30. April haben wir dann noch in Christins Geburtstag rein gefeiert. Der 1. Mai ist auch in Peru Tag der Arbeit so dass fast alle frei hatten. Und am 1. sind wir dann auch schon weiter gereist nach Brasilien.

Alle Fotos gibt es hier.

Cusco und das heilige Tal Teil 1

Vom Titikakasee aus sind wir mit dem Inka Express nach Cusco gefahren. Eine 10 Std. Busfahrt. Der Inka Express macht jedoch an mehreren Sehenswürdigkeiten Halt, so dass die Busfahrt halb so schlimm war. Es gab sogar ein Buffet, für das wir zum Mittag Halt gemacht haben. Ein sehr interessanter Stopp war bei einem Inka Tempel der dem Gott Viracocha zu Ehren war.DSC02086 Die Inka verehrten viele Gottheiten und hatten eine sehr komplizierte Religion. Neben dem Sonn-, Mondgott und der Erdgöttin Pachamama war Viracocha die höchste Gottheit der Inka und Erschaffer des Universums. Die Inka Könige beanspruchten die Söhne der Sonne zu sein, weshalb der Sonnenkult hoch im Kurs stand. Die Inka beobachteten ihre Umwelt sehr genau. Der Inka Kalender zB. beginnt/endet mit der Sonnenwende am 21. Juni. Die Tempel sind nach der Sonne ausgerichtet, zum Teil geht genau am 21. Juni die Sonne in einem der Gänge auf. Die Bauwerke der Inka geben noch heute Rätsel auf. So hatten die Inka beispielsweise in ihren Anlagen ausgeklügelte Bewässerungssysteme die heute noch funktionieren.DSC02231 Teilweise sind die Quellen der Gewässer bis heute nicht bekannt.

Das Stadtzentrum Cuscos zeichnet sich durch die Plaza de Armas aus. Hier tummeln sich die meisten Touristen und Büros für Touren in die Umgebung und vor allem zum Machu Piccho. Architektonisch erkennt man schnell den katholischen Einfluss der Spanier. Gleich zwei große Kirchen befinden sich auf der Plaza de Armas. Doch auf den zweiten Blick sieht man die alten Mauern der Inka, die sich sogar in den Kirchen wieder finden. Ansonsten ist Cusco eine kleine Stadt, die in den letzten Jahren überwiegend wegen des ansteigenden Tourismus gewachsen ist.DSC02585
Unser erster Ausflug dauerte einen halben Tag. Wir haben uns mehrere Ruinen angesehen, die alle für sich sehr beeindruckend sind. Als wir vom Tourguide hörten das jeweils nur noch ca. 20% erhalten ist, waren wir um so mehr erstaunt. Leider haben die spanischen Konquistadoren fast alle Gebäude und Anlagen der Inka zerstört und die Wissensträger getötet, weshalb Archäologen heute zum Teil nur vermuten können welchen Zweck sie gehabt haben könnten.

HIER gehts zu allen Bildern.

Start in Südamerika

Der letzte Abschnitt unseres Abenteuers hat in Santiago de Chile begonnen. Santiago ist für Südamerika eine sehr moderne und sichere Stadt. Da ich ja schon des öfteren in Peru war, war ich gespannt wie Chile so sein wird. Ich war positiv überrascht. Das Land ist wohlhabender als andere südamerikanischen Länder, was unter anderem an den großen Kupfervorkommen liegt. Das ist gut, aber dadurch gehört Chile auch zu den teureren Länden. Es ist aber immer noch deutlich billiger als Australien und Neuseeland.DSC01295
Für Santiago haben wir uns zwei Tage Zeit genommen, was für uns ausreichend war. Länger bleiben kann man auf jeden Fall.
Was in der Stadt sofort auffällt: es gibt wieder viel Kultur, Geschichte, alte Gebäude und so weiter. Kulinarisch wurden wir enttäuscht, wir haben keine besondere Küche finden können. Trotzdem gab es einige Überraschungen, wie Hot Dogs mit Avocadocreme und vermeintliche Croissants mit herzhafter Füllung: Muscheln. Nach dem ersten Schreck war das aber gar nicht so schlecht.DSC01337
Eine Besonderheit auf unserer Stadterkundung war ein kleiner grüner Park, Santa Lucia im Stadtzentrum. Hier wurde die Stadt gegründet. Der Weg nach oben führt durch den schönen Park. Oben gibt es nicht nur eine tolle Aussicht sondern auch eine alte Festung. Ein weiteres Highlight war die Seilbahn, „Funicular“ genannt, welche auf einen größeren Berg, San Cristóbal fährt. Oben erwartet einem neben einer putzigen Kirche eine 12 Meter große Maria Statur. DSC01411Die meisten Chilenen bzw. Südamerikaner sind Katholiken, ein Mitbringsel der Spanier.
Unterm Strich kann man sagen: „Santiago ist Südamerika für Einsteiger“.

Unser Ziel ist es von Santiago nach Norden bis nach Lima in Peru mit dem Bus zufahren. Es ist die Art, wie man hier reist und wesentlich günstiger als Fliegen. Wir haben selbstverständlich viele Stops eingeplant, so das wir für die gesamte Strecke mehrere Wochen brauchen werden.
Die erste Busfahrt dauerte nur zwei Stunden. Valparaiso ist die Hafenstadt von Chile. Wir sind hier nur eine Nacht geblieben und haben dann den Nachtbus Richtung Antofagasta genommen. Valparaiso gehört zum Unesco Weltkulturerbe und zeichnet sich zum einen durch seinen Hafen aus, zum anderen gibt es dort ein Künstlerviertel. DSC01476Das Viertel hebt sich durch die bunten Häuser hervor. Die ganze Stadt ist in einen steilen Hang gebaut, so dass sich viele Treppen durch die Viertel ziehen. In unserem nächsten Ziel, Antofagasta gab es eigentlich nichts zu sehen, die Stadt ist nicht wirklich schön. So war es für uns nur ein Zwischenstop auf dem Weg nach San Pedro de Atacama. Die Atacama Wüste ist die trockenste der Welt. Hier sind wir mit einer Tour auf 4.200 m Höhe gefahren (San Pedro ist eine Oase und liegt auf 2.300 m). Es gibt hier einen riesigen Salzsee und mehrere Lagunen zusehen, die von Vulkanen umringt sind. Der einzig aktive Vulkan rauchte sogar noch. Der Salzsee ist 1,5 km tief, in seinen Lagunen tummeln sich Flamingos. DSC01579In der Umgebung konnten wir noch einen Wüstenfuchs und wilde Alpakas sichten. Am Nachmittag ging es dann gleich weiter ins Valle de la Luna. Die Landschaft ist mondartig. Besonderes Highlight war der Sonnenuntergang bei dem sich das Gebirge durch die Salzkristalle in der Luft von gelb bis lila färbt. Das war wirklich beeindruckend. Am nächsten Tag ging es für uns dann schon nach Peru. DSC01736

Hier gehts zu den Bildern.

Unser Start in Neuseeland

Wir sind gut in Neuseeland angekommen, bis auf eine Ausnahme. Christin’s Backpack ist nicht mit angekommen. Der Schock saß tief und keiner konnte uns sagen wo das Gepäck sich befindet. Nach drei Tagen kam dann der Anruf: der Rucksack ist aufgetaucht. Die Freude war groß. Das ganze ließ sich zum Glück rechtzeitig vor unserer Abreise aus Christchurch regeln.

DSC00382Unser Neuseeland Abenteuer begann in Christchurch auf der Südinsel von Neuseeland. Die Stadt selber hat leider kaum mehr etwas zu bieten. Das liegt unter anderem daran, dass sich Christchurch von dem schweren Erdbeben vor ca. drei Jahren aus unserer Sicht kaum erholt hat. Die Innenstadt weist neben viel Bauland noch Gebäude auf, die abgerissen werden oder einfach leer stehen. Überall wird gebaut. Die Einkaufsmeile im Zentrum besteht nur aus Schiffscontainern, die zu schicken Läden und Cafes umgebaut wurden. Das Wahrzeichen der Stadt, die Christuskirche (Christchurch) ist dem Einsturz nahe, der Turm fehlt bereits.

In Christchurch haben wir nach drei Tagen unsern Leihwagen abgeholt. Das besondere an dem Auto ist das Zelt auf dem Dach, welches man in ca. 5 Minuten auf- bzw. abgebaut hat. Eigentlich muss man ein- und ausklappen sagen.

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Der grobe Plan ist, die Südinsel einmal zu umrunden bis es im Norden mit der Fähre auf die Nordinsel geht. Im Süden gibt es eine Touristen Route bei der man die Landschaft genießen kann. Mit dem Wetter haben wir bis jetzt nicht so viel Glück. Es ist meistens bewölkt, oder regnet, wir haben selten mehr als 20 Grad. Im Reiseführer steht das man hier Vierjahreszeiten an einem Tag haben kann, als wäre das etwas Gutes. Unterm Strich bedeutet das: man hat immer die falsche Kleidung an. Die Vegetation sowie die Landschaft erinnert schon das ein oder andere mal an zu Hause. Man könnte auch meinen, dass wir in den Alpen oder im Harz sind. Fairerweise muss man sagen, das es doch etwas beindruckender ist.

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 DSC00563Auf der Touristen Route im Süden sind wir unter anderem an einer kleinen Stadt namens Dunedin vorbeigekommen, die im Gegensatz zu Christchurch noch richtig viele alte Gebäude hat. Sowie an schönen Klippen und Stränden mit Seelöwen und Robben.

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Nach dem wir mit dem Süden fertig waren (Wir lassen die Bilder für sich sprechen) ging es weiter nach Queenstown. Wir hatten uns schon gefreut und wurden dann leider enttäuscht. Queenstown ist sehr sehr touristisch. Kaum Einheimische und alle Aktivitäten sind sehr teuer und nur über Touren möglich. Wenigstens gabt es dort den angeblich besten Burger der Welt. Gut geschmeckt hat er.

DSC00568Wir haben Queenstown schnell hinter uns gelassen um in Milford Sound den Fjord zu befahren, dies wurde uns mehrfach empfohlen. Tatsächlich hat uns die Tour auf dem Wasser zwischen all den Bergen gut gefallen. Nächstes Ziel ist der Mount Cook und vielleicht sein Gletscher. Hier gehts zu den Bildern.

 

Perth und Umgebung

Kurz nach Neujahr sind wir in Perth angekommen. Auf dem Weg waren noch zwei Sehenswürdigkeiten, praktisch direkt am Straßenrand. Das eine war ein See welcher pink ist,OLYMPUS DIGITAL CAMERA wirklich pink. Das hat was mit den Bakterien zu tun, die im Wasser enthalten sind. Giftig war das ganze aber nicht, schwimmen war auch nicht verboten. Das andere waren Bäume die am Boden in Windrichtung wachsen und das nur weil es in der Gegend fast immer windig ist. Das nächste Highlight war der Narmbung Nationalpark, der hauptsächlich für die Pinnacles bekannt ist. Das sind säulenartige Steine aus Muschelkalk. Wie die entstanden sind, ist nicht abschließend geklärt aber beeindruckend waren sie trotzdem, wie sie so aus dem gelben Sand aufragten.OLYMPUS DIGITAL CAMERA In der Perth angekommen haben wir unseren Reisegefährte Caspar in seinem Hostel abgesetzt und uns verabschiedet, insgesamt waren wir drei Wochen zusammen unterwegs. Unser Australien Abenteuer neigt sich auch langsam dem Ende. Am 9. Februar geht es nach Neuseeland.

Unser primäres Ziel in Perth war, unser Auto zu verkaufen. Dafür haben wir ca. vier Wochen eingeplant, da wir gehört haben, dass viele Backpacker es auf den letzten Drücker versuchen, es sich dann keine Interessenten finden und sie schnell verzweifelt sind. Mir dem Ergebnis, dass sie ihre Autos dann unter Wert verkaufen müssen. Nach dem wir in fast jedem Hostel in Perth einen Aushang platziert und im Internet Anzeigen geschaltet haben, hieß es für uns warten. Wir haben die Zeit genutzt um uns Perth und Umgebung anzusehen.

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Perth wirkt auf den ersten Blick etwas langweilig und versnobt. Das Stadtzentrum ist recht klein, hat aber einige Wolkenkratzer zu bieten. Als wir an unserem ersten Abend ein Bier trinken gehen wollten war dies leider aufgrund der vorherrschenden Kleiderordnung (soviel zu versnobt) nicht möglich. Mit Flip Flops kommt man in keine Bar, schwarze Lederschuhe sind angesagt, eine lange Jeans und ein Hemd mit Kragen. Frauen dagegen haben fast alle knappe Abendkleider an. Unter der Woche soll es aber nicht so streng hergehen. Auf dem zweiten Blick ist Perth dann doch ganz interessant. Die Stadt liegt sehr dicht an verschiedenen Stränden, in 10 bis 15 Minuten mit dem Auto kann man schon am Strand sein. Neben den Stränden gibt es dann noch den großen Kings Park mit Aussicht auf die Skyline von Perth.

Perth vom Kingspark aus betrachtet.

Eine halbe Stunde von Perth entfernt befindet sich der historische Ort Fremantle, es kann als kulturelles Zentrum von Perth betrachtet werden, da sich hier viele Gebäude aus den Anfängen der Kolonialzeit befinden. Eines der Sehenswürdigkeiten ist das Fremantle Gefängnis, welches mindestens so alt ist wie die Stadt. Australien war zu Beginn der Kolonialzeit eine Gefängnisinsel der Briten, um es etwas überspitzt auszudrücken. Weiter südlich wurde uns Margaret River und die Region empfohlen. Hier reiht sich ein Weingut bzw. Winzer an den nächsten. Die Küste ist gesäumt von zerklüfteten Klippen, die wunderschöne Ausblicke bieten. Hier gibt es auch mit 1,7 km den längsten Steg der Südhalbkugel, der zum schnorcheln einlädt. Neben viele schönen Stränden wirkt die Region doch ein wenig verschlafen.

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Nach ca. einer Woche ohne eine Resonanz auf unsere Aushänge und Annoncen bzgl. unseres Autos wurden wir etwas skeptisch, ja der Preis war im vergleich zu andren Angeboten etwas hoch aber unser Auto ist es wert. Um uns etwas abzulenken haben wir zwei Tauchgänge gebucht, einen Nachttauchgang und einen Navigationstauchgang. Nach diesen Tauchgängen dürfen wir uns “Advance Open Water Diver“ nennen. Das Tauchen bei Nacht hört sich vielleicht etwas gruselig an, ist es aber nicht. Ausgerüstet mit Taschenlampe kann eigentlich nichts schief gehen. Und die Unterwasserwelt ist bei Nacht eine ganz andere. Wir haben unzählige Seesterne gesehen und auch einige Krebse. Am besten war aber ein Oktopus und ein Lionfisch. Bei Navigieren ging es darum mit einem Kompass Unterwasser auch wieder zurück zu finden.

Und auf einmal gab es Interessenten für unser Auto. Ein Pärchen aus Deutschland war besonders interessiert. Wir haben uns auf einen guten und fairen Preis einigen können und sind eine Sorge los. Auf der einen Seite sind wir froh, dass wir unser Auto nicht verscherbeln mussten, auf der anderen Seite war es so als würden wir unser Zuhause verkaufen. Insgesamt sind wir ca. 20.000 km mit dem Auto gefahren, es hat uns nie im Stich gelassen.

Sieht man gerade nicht, aber ein bisschen traurig waren wir schon. DSC00097

Plötzlich waren wir Obdachlose, eine neue Unterkunft musste schnell her und die hat sich mal wieder bei airbnb finden lassen. Jetzt haben wir noch zwei Wochen Zeit bis unser Flug nach Sydney geht. Wahrscheinlich werden wir uns noch ein kleines Auto mit Zelt mieten und uns noch mehr von der Umgebung ansehen.

Alle Fotos gibt es hier.

 

Ab durch die Mitte

Gute 5.000 km ist es her, seit unserem letztem Beitrag. Von Adelaide haben wir es durch die Wüste bis an die Westküste nach Broome geschafft, aber immer der Reihe nach: Unser erstes großes Ziel war der Ayers Rock, auch Uluru gennant. Zwischen Adelaide und dem Uluru hatten wir zuerst im Flinders Ranges National Park Halt gemacht. Es lag auf dem Weg und wir sind etwas gewandert, dabei haben wir neben einer schönen Schlucht auch Emus gesehen. Nächster Halt war dann schon mitten in der Wüste.
DSC00270Der kleine Ort Cooper Peedy. Dieser ist geprägt durch die Opalminen, über 80% der Opale weltweit kommen aus Cooper Peedy. DSC00343Viele Teile der Stadt (Stadt ist übertrieben) befinden sich unterirdisch, so auch unser Campingplatz. Es gibt sogar eine unterirdische Kirche und die Menschen bauen unterirdische Wohnungen um der Hitze zu entkommen. Am nächsten Tag haben wir den Uluru zum Sonnenuntergang erreicht. Es ist schon beeindruckend wie der Felsen so mitten in der Wüste zum Vorschein kommt. Wir haben uns den Wecker sehr früh gestellt, um mit aufgehender Sonne um den Uluru zu wandern, da es dann noch nicht so heiß war, höchste Temperatur an dem Tag war ca. 36-38 Grad. Der Weg um den Felsen ist 10 km lang. Sehr beindruckend war auch der etwas entfernte King Canyon. Christin wollte die ganze Zeit nur Fotos machen, weil alles um uns herum, auf dem Walk, so beindruckend war. Ich kann es auch nicht in Worte fassen. Nächstes Ziel war Alice Springs, wo wir nur kurz unsere Vorräte aufgefrischt haben und die Weiterreise geplant haben.

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In Alice Springs selbst ist es nicht so spannend. Wir sahen aber unheimlich viele Aboriginies. Die sehen oft ziemlich verwahrlost aus und wirken durch ihre laute Sprache immer ein bisschen aggressiv. Insgesamt haben sie vieler Orts Alkoholprobleme, in Alice Springs ist der billige Wein aus dem Tetrapak sogar verboten. Es ist schade, dass viele Aboriginies so verwahrlosen und es zeigt, dass die Invasion der Europäer wieder einmal eine Kultur zerstört hat. Die Aboriginies haben im Einklang mit der Natur gelebt, kannten so etwas wie Eigentum nicht. Auch Alkohol kannten die australischen Ureinwohner vorher nicht und vertragen es nicht bzw. anders als Europäer. Interessant ist jedoch wie ausgerechnet in der trockensten und heißen Region Australien so viele Menschen leben konnten. Wie haben die überlebt? Etwas Zeit genommen haben wir uns auch für die „School of the Air“. DSC00540Die Schule gibt es schon seit 60 Jahren und hat für Kinder im Outback früher über das Radio bzw. Funkgeräte unterrichtet. Heute wird natürlich das Internet benutzt, aber es ist trotzdem interessant, wie Kinder an abgelegenen Orten wie z.B. Rinderfarmen unterrichtet werden. Die Schule hat das größte Klassenzimmer der Welt, es ist über 1.000 km² groß. Es gibt also Klassenkameraden die 1.000 km auseinander wohnen.

Unser Reisegefährte Caspar war eigentlich nur bis hier hin eingeplant, aber wir verstehen uns alle drei gut und somit fahren wir jetzt gemeinsam bis Perth. Alice Springs ist mitten im Landesinnere und hier kann es sehr heiß werden. Es ist aber eine sehr trockene Hitze und daher besser erträglich als man denkt. DSC00334Um Alice Springs gibt es viel zu sehen, jedoch brauch man ein Geländewagen mit Allradantrieb, um zu den schönen Landabstrichen zu gelangen. Viele Teile der nahen Gebirgskette McDonnall Range gehören dazu. Wir haben uns die Simpsons Schlucht und ein großes Wasserloch als Tagesausflug zusammengelegt, da wir diese Ziele mit unserem Auto erreichen konnten. Nach Alice Springs ging es weiter nach Katherine. Besonders auffallend war der Vegetationswechesel, auf dem Weg nach Norden. Die australische Wüste, in der es eigentlich immer ein paar Sträucher und Büsche gibt, wurde Stück für Stück zur Savanne und zum Schluss war es richtig grün. DSC00569Nach einem Tag Fahrt waren wir wieder in den Tropen angekommen. Wir sind auf dem Weg noch an den Devils Marbel vorbeigekommen. Das sind Felsen, die wie Murmeln aufeinander liegen. Außerdem gönnten wir uns noch ein kühles Bierchen im Daly Water Pub. Das wurde uns empfohlen und ist in der Tat sehr speziell, überall hängen Sammlungen von Geldscheinen, T-Shirts, BHs sowie Abzeichen verschiedener nationaler und internationaler Städte und Vereine. Die Luftfeuchtigkeit war hier spürbar höher, was die Hitze um soviel unerträglicher macht, besonders nachts, wenn man schlafen möchte. Empfohlen wurde uns noch ein heiße Quelle kurz vor Katherine, die haben wir uns trotz der 35 Grad nicht entgehen lassen. Da es weiterhin sehr schwül und heiß ist wollen wir ganz schnell an die Westküste nach Broome weil es dort einen schönen Strand geben soll. Bis dahin gibt es hier unsere Fotos.

Frohe Weihnachten!DSC00715

Melbourne, eine Stadt für längere Aufenthalte

Nach zwei Tagen Fahrt sind wir in Bendigo angekommen. Bendigo ist eine kleine Stadt eineinhalb Stunden nördlich von Melbourne. Wir haben uns dort mit Basti getroffen, einem Freund aus Studienzeiten. Er lebt seit kurzem in Melbourne. Seine Freundin Bianca ist Australierin und hatte mehrere Auftritte auf dem Blues and Roots Festival in Bendigo, weshalb wir überhaupt da waren. Die Stadt hat Geschichte, einen Pionier Flair, der von dem Goldrausch um 1900 geprägt ist.
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Man sieht selten alte schöne Fassaden in Australien, Bendigo hat da ein paar schöne alte Gebäude, sowie eine Kathedrale.

Nach zwei Tagen sind wir mit Basti und Bianca nach Melbourne. Wir duften einige Tage bei ihnen schlafen. Am Ende sind daraus drei Wochen geworden. In Melbourne fällt schnell auf, dass die Stadt Kultur und Geist hat, besonders im Vergleich zu Brisbane oder Cairns.

Flinder Street, Hauptbahnhof.

Flinder Street, Hauptbahnhof.

Australien ist ein sehr junges Land und hat daher kaum Geschichte und Kultur, aber in Melbourne gibt es den Mix aus eingewanderten Kulturen und alternativen Szenen sowie einen Stadtteil, Fitzroy, der uns an die Sternschanze in Hamburg erinnert. In der Innenstadt ist immer etwas los, es gibt jede Menge Straßenkünstler, die die Passanten mit Musik, Komik oder Kunst unterhalten. Es gibt ein Chinatown und unheimlich viele Asiaten.

Die Skyline vom Yarra River aus.

Die Skyline vom Yarra River aus.

Damit auch sehr viele Sushi Restaurants oder Straßenverkäufer. Ich bin sogar auf den Geschmack von Sushi gekommen. Wir haben im Zentrum auch ein Museum besucht in dem die Entwicklung des Filmes gezeigt wurde. Das war sehr spannend und sogar umsonst. Außerdem haben wir unsere Freunde von Frasers Island wieder getroffen. Es war nett mit den beiden gemütlich ein Bierchen am Flussufer zu trinken (Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist in Australien verboten). :D

Sophia und Matthias teilen mit uns Bier und Kälte (15 Grad).

Sophia und Matthias teilen mit uns Bier und Kälte (15 Grad).

Nach ca. einer Woche in Melbourne ergatterte ich einen Reinigungsjob. Ich sollte Teppiche in Apartments reinigen, nach dem die Mieter ausgezogen waren. Der Job und die Bezahlung waren nicht das wahre. Außerdem musste ich unser Auto benutzen. Um so viel anzusparen wie benötigt wurde, hätte ich mindestens drei bis vier Monate arbeiten müssen. Melbourne ist eine teure Stadt, das meiste Geld wäre fürs Wohnen, Essen und Sprit drauf gegangen. Das rechnet sich gar nicht und wir haben die Zeit nicht. Wir haben die Jobsuche daher endgültig an den Nagel gehangen und beschlossen, weiter zu fahren. Unser nächstes Ziel ist Adelaide.

Um Sprit- und Lebensmittelkosten zu sparen bzw. zu teilen haben wir noch Aushänge in Hostels gemacht und bis Adelaide einen Mitfahrer gefunden. Leider haben wir unsere Kamera am letzten Tag in Melbourne verloren. Das war sehr traurig, weil wir wirklich tolle Bilder hatten. Zum Glück haben wir unsere Fotos regelmäßig gesichert und somit „nur” zwei Tage verloren. Die GALERIE fällt daher etwas klein aus.

Action auf Fraser Island

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Die Farbe hat Christin sich ausgesucht.

Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt hat mich echt beeindruckt und vor allem Spaß gemacht. Die Aboriginies nennen die Insel K´gari´, was soviel wie „Paradies“ bedeutet. Auf Fraser gibt es keine richtige Infrastruktur. Aus diesem Grund kann die Insel nur mit Allradantrieb befahren werden. Im Moment ist der Sand besonders weich und locker, da es schon seit März nicht mehr geregnet hat.   Es ist sehr leicht, sich mit dem Jeep festzufahren. Wir haben uns deshalb für eine Tour mit Guide entschieden anstatt selbst einen Wagen auszuleihen. 3 Tage und 2 Nächte dauerte unsere Tour. Wir haben gezeltet, die zweite Nacht sogar wild, also ohne Sanitäranlagen mitten in der Düne über den Meer. Wir konnten einen wunderbaren Vollmond aufgehen sehen, so groß und gelb wie die Sonne. Unsere Gruppe bestand aus 14 Leuten und wir hatten zwei Geländewagen. IMG_4682Einer wurde nur vom Guide gefahren und im anderen haben sich alle die fahren wollten abgewechselt. Christin wollte nicht fahren, ich schon. Es durften auch nur Leute über 21 fahren, einige mussten daher zusehen. Das Fahren hat sehr viel Spaß gemacht. Besonders die Pfade mit dem weichen Dünensand mitten im Wald. Da muss man einfach durch jagen um nicht stecken zu bleiben. Als würde man den Sand hassen, wie uns ein Engländer riet. Dabei hüpft und schaukelt das Auto gewaltig. Am letzten Tag bin ich dann doch mal stecken geblieben. Der Guide auch.

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Die anderen mussten dann aussteigen und schieben bis wir wieder festeren Sand unter den Rädern hatten. Dreimal mussten wir die ganze Strecke zurück schieben, bis wir es schafften. Ich war da schon angespannt, aber rückblickend war das eine tolle Erfahrung. Obwohl Frasers Island eine Sandinsel ist, wächst dort Regenwald drauf. Damit ist sie weltweit einzigartig. Der Sandstrand ist über 70 km lang, man darf aber nicht baden gehen, da an der Küste gefährliche Haie sein können und es Unterströmungen gibt. Außerdem ist der Sandstrand nicht nur Highway sondern auch Start- und Landebahn für kleiner Flugzeuge. Die Insel beherbergt über 100 Süßwasserseen, deren Wasser Trinkwasserqualität hat und in denen wir schwimmen konnte

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Besonders schön war der Lake Wabby, der von einer gigantischen Sanddüne umgeben ist. Es hat richtig Spaß gemacht, da herum zu springen. Ich habe mich sogar von oben durch den Sand ins Wasser rollen lassen.

Ein andere wunderschöner See war der Lake Mc Kenzie. Der ist auf jeder Postkarte drauf und hat wunderbar klares Wasser und weißen Sand.P1040652 Außerdem ist die Insel die Heimat der reinrassigsten Dingos Australien, das sind wilde, wie Hunde aussehende Tiere. Da es in der Vergangenheit schon zu Attacken der Dingos kam, hängen überall Warnschilder herum. Man soll immer einen Stock dabei haben, nie alleine unterwegs sein und kein Essen aber auch Kosmetiksachen im Zelt haben.

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Dingos sind keine Hunde und gefährlich.

Dingos sind neugierig und zerreissen dann schonmal das Zelt. Tatsächlich konnten Christin und ich einen Dingo beobachten, der an unser Lager geschlichen kam und den Grill ableckte. Alles andere hatten wir Dingo-sicher weggepackt.

Eine weitere bekannte Sehenswürdigkeit ist das Maheno Schiffswrack. Dafür mussten wir diesmal nicht tauchen. Die Maheno ist während eines Zyklons gestrandet und alle Bergungsversuche waren vergebens, so dass sie bis heute da liegt. Allerdings sinkt sie immer weiter in den Sand, weshalb heute nur noch das oberste der vier Decks zu sehen ist.

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Zwischen zum Teil haarsträubenden Fahrten durch das Innere der Insel haben wir außerdem noch Steinformationen mit farbigen Sand betrachtet und im nördlichen Teil der Insel an einer Steilklippe die Aussicht genossen.

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Alle Fotos gibt es hier zu sehen

Wracktauchen und Arbeitsuchen

Wir sind jetzt schon zweieinhalb Wochen mit unserem Auto unterwegs und haben schon einiges von Australien gesehen, aber wenn man sich das mal auf der Karte an guckt ist es wirklich nur ein ganz kleiner Teil. Ja man vergiss sehr schnell wie groß das Land eigentlich ist. Deutschland würde über 20 mal in Australien passen.

Zur Abwechslung haben wir mal was ganz neues ausprobiert, und zwar waren wir Tauchen :-D
Wir waren Wrack Tauchen und es war einer unserer besten Tauchgänge. Wir haben neben zwei verschieden Arten von Mantas(Rochen), Haie, Schildkröten und Seeschlangen gesehen. Es gab unendlich viele Fischschwärme sowie einen Riesenfisch.

Giant Queensländer Grouper

Der Giant Queensländer Grouper, der war bestimmt so groß wie wir und schwebte genau vor uns im Wasser. Ach ja und da war natürlich noch das Wrack selbst, welches für Taucher zu den Top Ten der Welt gehört. Die S.S. Yongala (S.S. steht für Steamship = Dampfschiff) ist vor über 100 Jahren gesunken und wurde erst nach über 50 Jahren wieder entdeckt. Das Schiff wurde von einem Zyklon versenkt, alle 122 Passagiere und Crew Mitglieder kamen dabei ums Leben.

Die genauen Umstände konnten nie aufgeklärt werden. Es ist nicht erlaubt das Innere eines Wrackes ohne spezielle Ausbildung zu betauchen, da es zu gefährlich ist, dennoch konnten wir einmal durch das Fenster gucken und auch die Toiletten sowie den explodierten Maschinenraum sehen.

 

Neben dem mystischen Untergang der Yongala ereignete sich vor ca. 10 Jahren ein ebenso mystischer Todesfall beim betauchen des Wracks. Ein junges Ehepaar wollte das Wrack in ihren Flitterwochen betauchen. Fünf Minuten später hat der Tauchlehrer jemandem auf dem Grund liegen sehen. Es war die junge Braut. Wiederbelebungsversuche auf dem Tauchboot blieben vergebens. Nach Aussage des Ehemanns ist seine Frau in Panik geraten und hat ihre Tauchermaske vom Gesicht gerissen. Andere Taucher haben gesehen wie der Ehemann seine Frau umarmt haben soll. Die Obduktion ergab das die Braut kein Wasser in der Lunge hatte. Todesursache war Ersticken. Dem Bräutigam wurde unterstellt bei der Umarmung seiner Frau die Luft abgedreht zu haben. Angeblich hatte er sie vor dem “Unfall” bedrängt, ihn in ihrer Versicherung zu begünstigen. Nachgewiesen werden konnte das bis heute nicht. Der frisch gebackene Ehemann ist übrigens Rettungstaucher. Laut Tauchcomputer hatte er noch in Ruhe seinen Sicherheitsstop in 5 Metern Tiefe gemacht bevor er Hilfe holte.

Nach dem Taucherlebnis waren wir wieder auf Suche nach Arbeit. Leider vergebens. Für Fruit Picking ist es im Moment die falsche Zeit, in ein zwei Monaten könnten wir vielleicht Mangos pflücken. So lange können wir aber hier nicht warten. Einen Tag konnten wir dann doch arbeiten. Wir haben auch einer Zuckerrohr Farm ausgeholfen. Unsere Aufgabe war es, bei der Verlegung und Einstellung der Bewässerungsanlage zu helfen. Der Farmer hatte nur Arbeit für einen Tag. Aber es war auch so anstrengend dass ich keine zweiten Tag mit gemacht hätte. Christin hat schon nach zwei Stunden aufgegeben. Wir standen in der glühenden Hitze auf dem Feld und haben einen großen sehr großen Schlauch am Rande des Felds verlegt. In diesen Schlauch mussten wir Plastikbecher mit Löchern stecken. Die Löcher waren unterschiedlich groß und regulierten die Bewässerung der Felder. Die Becher kamen alle 1 Meter in den Schlauch und dazu musste man sich bücken. Am Abend hatte ich dann richtig Rückenschmerzen. Wenigstens gab es gleich Cash.

Hier wächst irgendwann mal Sugar Can

Hier wächst irgendwann mal Sugar Can

Die nächsten Tag telefonierten wir ca. 20 Farmen ab und sind sogar bei einigen persönlich gewesen. Doch keine hatte Arbeit für uns. Deshalb beschlossen wir erstmal zu den Whitsunday Inseln zufahren.